Team-Player in der Gemeinde und auf dem Rugby-Feld

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Team-Player in der Gemeinde und auf dem Rugby-Feld

Johannes Claßen ist schon mittendrin im Jura-Studium, als ihm klar wird: „Ich will das hier eigentlich nicht.“ Was er will, das weiß er sofort: Theologie. „Gemeinde war für mich als Pfarrkind immer Teil meines Lebens“, sagt er. „Und die Idee, ebenfalls Pfarrer zu werden, zumindest immer im Hintergrund.“ Aus der Idee ist ein konkreter Weg geworden, der den 28-Jährigen jetzt zur Evangelischen Lydia-Kirchengemeinde nach Hagen geführt hat. Im April hat er hier sein Vikariat angetreten. „Ich bin super aufgenommen worden und freue mich sehr auf die Arbeit mit den Kolleg*innen und mit den Menschen hier vor Ort“, so der Theologe, der zusammen mit seiner Partnerin, die aus Wetter (Ruhr) kommt, nach Hagen gezogen ist.

Johannes Claßen ist schon als Kind und als Jugendlicher in der Gemeinde aktiv und engagiert sich ehrenamtlich. Und das setzt er auch fort, als er nach dem Abitur in Altena nach Bonn zieht, um Jura zu studieren. Nach dem Fachwechsel bleibt er bis 2019 in der Stadt am Rhein. Dann wechselt er an die Uni Münster, macht dort 2023 sein erstes Examen und entscheidet sich für die Promotion.

Dabei nimmt er die Altenaer Kirchenordnung von 1626 unter die Lupe. „Wie ein Archäologe – nur, dass ich nicht in der Erde, sondern in alten Handschriften gegraben habe.“ Das sei eine tolle, ausfüllende Arbeit gewesen. „Aber bei so einer Sache ist man doch sehr alleine“, sagt er. „Umso mehr freue ich mich jetzt, dass ich in der Gemeinde mit vielen verschiedenen Menschen zusammen arbeiten werde.“

Die Lydia-Kirchengemeinde hat er favorisiert, weil „ich wichtig und auch spannend finde, Strukturen im Umbruch kennenzulernen und konstruktiv damit zu arbeiten.“ Gut kenne er bereits die Gemeinde in der Kleinstadt und ebenso die Einzelgemeinde in der Großstadt. „Hier kann ich in die Breite gehen und viel Neues lernen“, ist er sich sicher. „Was mir sehr viel Spaß macht, ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit Senior*innen“, sagt Johannes Claßen. „Großen Respekt habe ich vor meiner ersten Beerdigung.“ Schon jetzt merke er, wie wichtig bei allem das Team für ihn sei. „Alle haben mich mit offenen Armen empfangen.“

Dass Johannes Claßen ein Teamplayer ist, zeigt übrigens auch die private Seite des jungen Vikars: „In Münster habe ich drei Jahre lang als Stürmer in der Regionalliga Rugby gespielt.“ Seine Mitbewohnerin in Münster brachte ihn auf die Sportart, von der er sagt: „Es ist ein harter Sport und auf dem Platz schonmal sehr emotional, aber alle gehen sehr fair miteinander um.“ Weil der Sport mit viel Training und hohem Zeitaufwand verbunden ist, steigt er jetzt wieder mehr aufs Fahrrad. „Dabei favorisiere ich eher die längere Strecke.“ Vom Rugby verabschiedet hat er sich allerdings nicht: „Ich habe eine Schiedsrichterausbildung gemacht und möchte da in Zukunft gerne weiter zum Einsatz kommen.“

Wenn er nicht selbst auf dem Feld steht, kann er sich auch als Zuschauer für Sport begeistern. „Bis zum Examen hatte ich eine Dauerkarte auf der Süd.“ Und vielleicht schaue er sich bald auch mal ein Basketballspiel von Phoenix Hagen in der Ischelandhalle an. „Da war ja schon mein Schulkollege Marcel Keßen in der 1. Liga aktiv. Die Stimmung soll super sein.“

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