15/07/2026 0 Kommentare
Pfarrerin Maria Hinsenkamp ordiniert
Pfarrerin Maria Hinsenkamp ordiniert
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Pfarrerin Maria Hinsenkamp ordiniert
Als ein Mitarbeiter des Westfalenbades mit Helene-Fischer-Perücke und der passenden Musik im Gepäck zum Aufguss die Saune betrat, da kam Maria Hinsenkamp auf die Idee: „Wir machen einen Schlagergottesdienst, am besten in der Disco“, dachte sie sich. Gedacht. Getan. Zusammen mit ihrem Team steckt die Pfarrerin inzwischen mitten in den Vorbereitungen für das Event, das am 5. September im Hagener Capitol stattfinden wird. Die junge Theologin, die auch für die Kneipengottesdienste in der Volmestadt verantwortlich zeichnet, ist überzeugt: „Wir als Kirche müssen unsere Botschaft mit dem verbinden, was die Menschen lieben.“ Ende Juni ist die gebürtige Berlinerin von Superintendent Henning Waskönig in einem Gottesdienst in der Matthäus-Kirche ordiniert worden. „Mich beeindruckt sehr, mit welcher Offenheit und Herzlichkeit du den Glauben auf die Straße und zu den Menschen bringst. Für uns im Ev. Kirchenkreis Hagen bist du ein großer Gewinn“, so der leitende Theologe des Evangelischen Kirchenkreises Hagen.
Maria Hinsenkamp wurde 1991 in Berlin geboren. Als sie vier Jahre alt war, zog sie mit ihrer Familie nach Ennepetal und besuchte später die Waldorfschule in Haspe. Nach dem Abitur begann sie mit dem Theologiestudium in Wuppertal. „Nach einem Praktikum in der Krankenhausseelsorge, das mir sehr gut gefallen hat, habe ich mich für diesen Weg entschieden.“ Für das Hauptstudium ging sie zurück in ihre Geburtsstadt. Während ihrer Stationen in Freiburg, Straßburg und Göttingen arbeitete die Pfarrerin an ihrer Promotion. Weitere Praktika führten Maria unter anderem in die USA und nach Spanien. 2022 kam die Theologin zum Vikariat nach Hagen, das sie in der Hildegardisschule und bei der Ev.-Luth. Stadtkirchengemeinde absolvierte. Ihren Probedienst macht die 34-Jährige jetzt in der Matthäus-Kirchengemeinde im Kooperationsraum Mitte Süd. „Ich freue mich, hier in Hagen zu sein. Ich bin sehr gern in der Gemeinde und fühle mich wohl damit, zu meinen Wurzeln zurückgekehrt zu sein.“ Bis hierhin habe sie noch keinen Schritt bereut. „Ich habe den Ruf von Gott, den ich immer sehr stark gespürt habe, noch nie infrage gestellt.“

Bevor Maria Hinsenkamp ihre theologische Heimat in der evangelischen Kirche gefunden hat, ist sie übrigens in der orthodoxen Kirche groß geworden. „Im Teenager-Alter habe ich Orgelstunden genommen und im Zuge dessen die C-Ausbildung-Orgel in der rheinischen Landeskirche absolviert“, blickt sie zurück. Über die Musik intensivierte sich der Kontakt zur evangelischen Kirche. „Ich habe regelmäßig Gottesdienste begleitet und auch Kinderchöre geleitet. So hat sich ein enger Bezug hergestellt, und ich bin schließlich konvertiert.“ Während ihrer Zeit in Berlin war die Studentin weiterhin in der Kinderchorarbeit aktiv und übernahm Organist*innendienste. „Das war für mich gleichzeitig schon eine kleine Grundausbildung mit Blick auf den kirchlichen Dienst.“
Thematisch ist der 34-Jährigen die Ökumene sehr wichtig. „Mich faszinieren die spirituelle Vielfalt und der Reichtum. Man findet überall Schätze“, so die Pfarrerin, „Ich habe darin immer schon die zahlreichen Möglichkeiten der Ergänzung gesehen.“ Hier Beziehungen herzustellen und zu pflegen, sei ihr ein besonderes Anliegen. Die Beziehungsarbeit ist es auch, in die sie in einem anderen Bereich viel Energie steckt: Ob Glaubensgespräche im Tattoo-Café, Kneipen- oder Schlagergottesdienste – „ich möchte die Menschen auch dort treffen, wo sie sich wohl und beheimatet fühlen.“
Wenn Maria Hinsenkamp nicht arbeitet, tut sie es doch. „Meine Freizeit nutze ich im Moment intensiv zum wissenschaftlichen Arbeiten“, sagt die 34-Jährige. „Aber ich mache auch sehr gerne Sport und treffe Freund*innen. Und ich will unbedingt lernen, Gitarre zu spielen. Dafür möchte ich mir in Zukunft wieder mehr Zeit einräumen.“
„Mein Eindruck ist, dass du Gottes Wort eine ganze Menge zutraust, in der Welt, aber auch persönlich, für dein eigenes Leben“, so Henning Waskönig im Rahmen des Ordinationsgottesdienstes. „In dieser Welt braucht es mutige Menschen, die Gottes Gegenwart und Wirken bezeugen. Trotz und mit allen Fragen, Zweifeln und Unsicherheiten. Wie gut, liebe Maria, dass du dich genau hierfür entschieden hast.“
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