27/10/2026 0 Kommentare
Fledermäuse zu Besuch in der OGS
Fledermäuse zu Besuch in der OGS
# Story

Fledermäuse zu Besuch in der OGS
Wie passen Muffin und Mehlwurm zusammen? Wem jetzt eine unappetitliche Antwort in den Sinn kommt, der liegt an dieser Stelle falsch! Muffin ist eine kleine Fledermaus. Mehlwürmer sind ihre Leibspeise. Dass sie davon täglich genug bekommt, dafür sorgt Daniela Kumbein, die mit ihrem „Bats Motel 58“ in Hagen eine Pflegestelle für die Tiere unterhält. In den Herbstferien war sie zu Besuch in der Offenen Ganztagsschule (OGS) in Breckerfeld, die von der Evangelischen Jugend getragen wird. Hier dreht sich in der schulfreien Zeit alles um die Fledermaus.

„Für die Ferienzeit entwickeln wir gerne besondere Projekte, damit sich die Kinder über mehrere Tage intensiv mit einem Thema beschäftigen können“, erklärt OGS-Leiterin Marlena Luks-Vogt. Der wertschätzende Umgang mit der Natur und den Tieren sei dabei immer ein Schwerpunkt. „Dass wir uns für den Herbst für die Fledermäuse entschieden haben, passt natürlich gut zu Halloween, hat damit aber eigentlich nichts zu tun.“ Ausschlaggebend sei gewesen, dass die Kinder in den vergangenen Jahren immer mal wieder geschwächte Fledermäuse rund um das Schulgebäude gefunden haben. „Die Tiere finden in den heißen Sommermonaten oft nicht genug zum Trinken, und liegen dann zum Beispiel auf dem Schulhof.“ Seitdem Marlena Luks-Vogt von der Pflegestelle „Bats Motel“ erfahren hat, bringt sie diese Tiere dorthin.
Für das Ferienprojekt hat das OGS-Team ein Konzept erarbeitet, eine Fülle an Informationen zusammengestellt und ein Quiz und kreative Möglichkeiten vorbereitet. „Wir haben zum Beispiel viel gebastelt und kindgerechte Filme zum Thema geschaut. Am Ende der Ferien feiern wir eine Fledermausparty mit Musik zum Tanzen, vielen Spielen und einem großen Buffet.“ Der Höhepunkt der ersten Woche war der Besuch von Daniela Kumbein. Die Fledermausexpertin hatte nicht nur jede Menge Materialien im Gepäck, sondern auch Muffin und Peanut – zwei Fledermäuse, die derzeit in der Pflegestelle versorgt werden.

Daniela Kumbein, die mit ihrem Bats Motel an den NABU (Naturschutzbund Deutschland) angedockt ist, erklärte zum Beispiel, wie viele Fledermausarten es gibt, was den Tieren gefährlich werden kann, wie genau die Echo-Ortung funktioniert und dass es ein Gerät gibt, mit dem man die Laute der Fledermaus hörbar machen kann: Mithilfe des Bat-Detectors kann die Tierschützerin herausfinden, um welche Art es sich bei einem verletzten oder geschwächten Fundtier handelt und dann ableiten, wie viel Futter es braucht.
Zusammen mit den Kindern erarbeitete sie, was das Besondere an Fledermäusen ist und was man tun kann, wenn man eines der Tiere findet: „Vorsichtig mit einem Tuch von oben greifen und dann in einen kleinen, gepolsterten Karton mit Luftlöchern legen“, so die Expertin, die über den Sommer rund 30 Tiere in Pflege hat; „immer mit dem Ziel, dass sie wieder in ihre Kolonie zurückkönnen.“ Als Abschluss ihres Besuchs holte Daniela Kumbein die beiden Fledermäuse aus dem Flexarium – eine weiche und flexible Transportbox. So konnten die Kinder die Tiere aus der Nähe betrachten, ihre spitzen Zähne und zarten Flügel begutachten und dabei zuschauen, wie Muffin in Windeseile einen stattlichen Mehlwurm verspeiste.
„Das Thema ist bei den Kindern und auch bei den Eltern richtig gut angekommen“, so Marlena Luks-Vogt. „In diesen Ferien sind viele jüngere Kinder da, die alle toll mitgemacht haben“, sagt die OGS-Leiterin. „Wegen der guten Resonanz haben wir uns auch entschlossen, eine kleine Spendenaktion ins Leben zu rufen.“ So konnte sich Daniela Kumbein über 90 Euro für ihr „Bats Motel“ freuen. „Das hilft auf jeden Fall dabei, die rund 20 Fledermäuse, die derzeit bei mir sind, über die kalte Jahreszeit hinweg gut versorgen zu können“, sagt sie. „Da gibt’s dann nicht nur für Muffin auch mal einen Mehlwurm mehr.“
Kommentare