Eine Krone zum Erntedankfest

Eine Krone zum Erntedankfest

Eine Krone zum Erntedankfest

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Eine Krone zum Erntedankfest

Das Erntedankfest steht vor der Tür! In den Kirchengemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Hagen wird dieser Tag am Sonntag, 4. Oktober, besonders gefeiert. Dahinter stecken viel Arbeit und Engagement. In Ende zum Beispiel steht das gesamte Gemeindefest unter dem Motto „DankBar“. In der Friedenskirche in Halden (Lydia-Kirchengemeinde) ist das Gottesdienstthema „Erntehelfer“. Hier sind die Kindergartenkinder und ihre Familien einbezogen. Die Pauluskirchengemeinde lädt nach dem Gottesdienst (11 Uhr Stephanuskirche) in die „Bauernstube“ ein, in der „Köstlichkeiten vom Kuhlerkamp“ angeboten werden. Und auch in Breckerfeld laufen die Vorbereitungen für den Festtag. In diesen Tagen wird zum Beispiel die Erntekrone in die Kirche gebracht.

Die Erntekrone ist nicht nur ein aus Ähren geflochtener, imposanter Schmuck mit Symbolcharakter. Durch die Krone zeigt sich auch eine besondere Kraft, die durch die Verbindung von kirchlichen Traditionen auf der einen und dem Landleben auf der anderen Seite entsteht. Seit über 50 Jahren treffen sich die Mitglieder des landwirtschaftlichen Ortsvereins Waldbauer, um die Erntekrone zu binden.

Die Breckerfelder Ernrekrone.
© Claudia Greßhöner

Claudia Greßhöner, die mit ihrem Mann, dem gemeinsamen Sohn und dessen Familie auf einem Hof in Zurstraße lebt, hat vor 42 Jahren zum ersten Mal mitgemacht. Damals sei das eine richtig große Gemeinschaft gewesen, blickt sie zurück. „Aber auch in diesem Jahr sind etwa 30 Leute gekommen, um mitzumachen - vom Kindergartenkind bis zu über 80-Jährigen“, erzählt die Presbyterin der Jakobus-Kirchengemeinde. „Zusammen binden wir Sträuße aus den Erntegaben, mit denen dann die Krone bestückt wird. Dazu gibt’s Getränke; und wenn die Krone fertig ist, auch etwas zu Essen.“ Selbst im Corona-Jahr hat die Gemeinschaft an der Tradition festgehalten. „Die Krone hing dann bei uns in der Scheune und unserer Pfarrer kam zusammen mit dem Posaunenchor, um eine Sequenz für den Online-Gottesdienst aufzunehmen“, erinnert sich die 61-Jährige. „Die Verbindung zwischen der Kirche und dem Landleben ist einfach da.“

Die Erntegaben für die Krone, deren Korpus immer wieder verwendet wird, werden schon Wochen vor dem Binden auf den umliegenden Getreidefeldern von Hand mit der Sense gemäht. Gerste, Roggen, Weizen und Hafer werden dann traditionell gebündelt. „Auch das ist schon ein kleines Fest.“ Und das sei in diesem Jahr besonders schön gewesen. „Das Stroh war goldgelb – wie gemalt, was zeigt, dass es ein gutes Jahr gewesen ist.“ Insofern sei die Erntekrone auch ein Spiegel des landwirtschaftlichen Jahres. „Sie gemeinsam herzustellen, markiert auch das Ende der Erntezeit und für uns den Moment ‚Danke‘ zu sagen dafür, dass alles gut geraten ist.“

Pünktlich zum Erntedankfest wird die Erntekrone in die Breckerfelder Kirche gebracht. Claudia Greßhöner hat Maispflanzen geschnitten, die sie dazulegen wird. „Ich finde es gut und wichtig, dass zu diesem Anlass Konserven und andere gut haltbare Lebensmittel gesammelt werden“, so die Landfrau. „Aber für mich sind Erntegaben das, was hier wächst und geerntet wird: Kohlköpfe und Kartoffeln zum Beispiel.“

So werden sich rund um die Erntekrone eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte finden. „Sie in die Kirche zu bringen, ist eine Geste der Dankbarkeit und zugleich Ausdruck der Fülle, die die Natur bereithält und die hier vor Ort durch die Arbeit der Menschen wachsen, gedeihen und verwertet werden kann.“ Erntedank sei deshalb viel mehr als ein Datum im Kalender.

Für Superintendent Henning Waskönig ist die Erntekrone ein imposantes Zeichen mit einer großen Bedeutung: „Der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung. Vielmehr ist jede und jeder ein Teil von Gottes großer Schöpfung. Das macht dankbar und demütig. Und zugleich ist jeder Mensch mitverantwortlich, diese Erde zu gestalten und für kommende Generationen zu bewahren."

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