„An diesem Ort lange segensreich gewirkt“

„An diesem Ort lange segensreich gewirkt“

„An diesem Ort lange segensreich gewirkt“

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„An diesem Ort lange segensreich gewirkt“

Ein knappes Jahr vor dem Abitur hatte Andreas Koch das Theologiestudium zwar schon auf dem Zettel. Aber nicht nur das. Die Arbeit bei der Kriminalpolizei oder im Journalismus standen für den Schüler auch auf der Liste der Möglichkeiten. Die Ideen waren gleich auf. „Als mich dann unterschiedliche Menschen ansprachen, ob die Theologie nicht etwas für mich sein könnte, war das für mich wie eine Wegweisung“, blickt der Pfarrer zurück. „Und die habe ich angenommen und bin schließlich hier angekommen. Zusammen mit meiner Familie. “ Sein „Hier“ - das ist die Hagener Ev. Luth. Matthäus-Kirchengemeinde, in der er 28 Jahre gewirkt hat. Jetzt ist Andreas Koch in einem Gottesdienst in der Matthäus-Kirche von Superintendent Henning Waskönig in den Ruhestand verabschiedet worden.

„Sie haben an diesem Ort für lange Zeit segensreich gewirkt. Mit Lakritz-Club, mit Konfetti-Gottesdiensten, mit Atempausen, mit Lichtinstallationen, mit Sinnenparks, mit Freizeiten und so vielem anderen mehr. Hierfür sage ich aus vollem Herzen Danke! Ganz persönlich, aber auch im Namen der Evangelischen Kirche von Westfalen: Danke für diesen treuen und begeisternden Dienst“, so Waskönig.

Andreas Koch studierte in Bielefeld (Bethel), Münster und Bochum. Auch sein Vikariat absolvierte der Theologe in der Ruhrgebietsstadt, bevor er für sieben Jahren nach Werdohl ging. „Für die Stelle in der Matthäus-Kirchengemeinde habe ich mich als einer über 30 Bewerber*innen interessiert“, erinnert er sich. „Ich rechnete mir kaum Chancen aus. Meine Probepredigt war viel zu lang, und die Konkurrenz war ja groß“, blickt der Pfarrer zurück. „Und dann wurde ich doch tatsächlich gewählt.“

Vielleicht sei ausschlaggebend gewesen, dass er immer klare Kante gezeigt hat. „Die Menschen wussten schnell, woran sie bei mir sind.“ So habe er sich schon in der ersten Zeit als Gemeindepfarrer in Hagen zu alten Gewohnheiten positioniert. „Ich habe gesagt: Mein Ding ist das nicht, aber wenn die Mehrheit der Gemeindeglieder das so möchte, mache ich es selbstverständlich so“. Genaue Vorstellungen hatte Andreas Koch auch mit Blick auf die Musik – seine Herzensangelegenheit. „Ich wollte die Gemeinde einbeziehen, und deshalb haben wir 2001 eine große Umfrage zum Thema gemacht.“ Fast 200 Antwortbögen kamen zurück. Mit eindeutigem Ergebnis: „Die Menschen wollten eine Mischung aus neuen und älteren Liedern, weniger gelesene Texte, eine schlichtere Liturgie. Und so haben wir es dann auch behutsam nach und nach umgesetzt.” Bis heute hat dieser Stil der Gemeinde ihr Gesicht gegeben, mit der Musik als ein wesentliches Element.

Der Abschied vom Berufsleben bedeutet für Andreas Koch und seine Frau Michaela, die ehren- wie nebenamtlich die Gemeinde mit großem Engagement mitgestaltet hat, auch, dass sie aus dem Pfarrhaus, das gegenüber der Kirche liegt, ausziehen werden. „Wir suchen uns eine Wohnung in Hagen und würden natürlich gerne im schönsten Pfarrbezirk Hagens bleiben“, sagt der Theologe und lacht. Was hier schon recht konkret klingt, gilt nicht so sehr für Kochs Pläne für den Ruhestand. „Ich lasse das erstmal auf mich zukommen und schaue, was sich ergibt.“ Auf jeden Fall freue er sich auf mehr Flexibilität, „darauf, dass ich mich nicht mehr so festlegen muss.“

„Ich weiß, wie wichtig Ihnen die Zukunft dieser Kirchengemeinde ist. Ihr Herz gehört hierhin“, so der Superintendent in seiner Ansprache. Daher solle auch nach Möglichkeit der Lebensmittelpunkt im Ruhestand hier im Ortsteil bleiben. „Und zugleich verändert sich evangelische Kirche derzeit rasant. Das wissen Sie, das wissen wir alle.“ Auch deshalb falle der Abschied so schwer. „Denn es ist klar, in den kommenden Jahren wird sich auch in der und für die Matthäus-Kirchengemeinde eine Menge verändern. Es wird anders ohne Andreas Koch.“ Es werde aber auch anders, weil Kirche sich insgesamt neu gestalten muss. „Möge Ihr Ruhestand dem einzigen Wort auf der Vorderseite ihrer Einladungskarte zum heutigen Tag entsprechen: Schön.“

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