„Vor allem bringt er ganz viel Fröhlichkeit“

Jonas ist ein bisschen anders. Der 16-Jährige hat das Down-Syndrom. Sein Leben läuft nicht so wie das der meisten Jugendlichen in seinem Alter. Zwar sind seine sprachlichen Beeinträchtigungen gering, und viele Teile seines Alltags kann er gut allein bewerkstelligen. Dennoch braucht er grundsätzlich viel Anleitung und Hilfe.

Für drei Wochen ist der 16-jährige Jonas Maschke teil des Teams im Paul-Gerhardt-Kindergarten gewesen. Jonas hat das Down-Syndrom. Foto: Kristina Hußmann

Im Paul-Gerhardt-Kindergarten allerdings, da ist Jonas selbst zum Helfer geworden: bei den Mahlzeiten, beim Zähneputzen und Waschen und natürlich beim Spielen.  Ein dreiwöchiges Praktikum hat der Schüler der Gustav-Heinemann-Schule  in der Kita absolviert. Sein größter Wunsch: „Ich möchte später einmal in einem Kindergarten arbeiten.“ Hinter diesem Wunsch steht seine Familie, Familie Maschke, die sich für Jonas eine berufliche Chance in einem sozialen Kontext wünscht. Das weiß Susanne vom Ort, Leiterin des Kindergartens in Boelerheide. Denn sie kennt die Familie gut. „Jonas war selbst schon als Integrativkind hier.“  Seitdem sei der Kontakt nie abgerissen. Und deshalb sei es für sie und ihr Team auch keine Frage gewesen, Jonas dieses Praktikum zu ermöglichen. „Alle Mitarbeiterinnen waren sofort einverstanden.“

Teil des Teams

Die Voraussetzungen der Kita für diese Form der Inklusion sind optimal. Kontinuierlich werden hier Kinder mit Behinderungen betreut, auch Kinder mit Down-Syndrom. „Wir wissen alle gut damit umzugehen, kennen die  Momente und Situationen, in denen viel Anleitung nötig ist. Auch bei Jonas“, so Kinderpflegerin Concetta Falcone, die Jonas seit seinem zweiten Lebensjahr kennt. Vor allem sie  hat ihn während seines Praktikums begleitet, hat seine Zeit im Kindergarten mit ihm zusammen vorbereitet. „Jonas hat zum Beispiel einen Aushang gemacht, um den Eltern unsere Kinder zu erklären, wer er ist, und was er hier tun wird.“ Alle hätten absolut positiv reagiert.

Genauso wie die Kinder. „Die sehen Jonas als großen Spielpartner“, sagt Susanne vom Ort. „Wir haben ihn für diese Zeit als Teil unseres Team betrachtet, ihm auch ein gewisses Mitsprachrecht eingeräumt und sind begeistert, wie hochmotiviert er bei der Sache ist, wenn er Aufgaben bekommt, die zu ihm passen und ihn nicht überfordern.“ Auch sein Lehrer, der ihn während des Praktikums in der Kita besucht hat, sei ganz beeindruckt gewesen.

"Ich möchte am liebsten hier bleiben"

Wie gut die Chancen stehen, dass Jonas nach seiner Schulzeit wieder in der Kita arbeiten kann, vermag Susanne vom Ort noch nicht einzuschätzen. „Allerdings bin ich mir sicher, dass sich Jonas integrieren lassen würde. Er wird immer selbstständiger, und unsere Struktur würde das grundsätzlich hergeben.“ Für Jonas ist die Sache klar: „Ich möchte am liebsten hier bleiben.“ Die Arbeit mache ihm so viel Spaß, dass ich nicht einmal das frühe Aufstehen störe.

Jona s ist ein bisschen anders: „Aber vor allem bringt er ganz viel Sonnenschein und Fröhlichkeit“, darin sind sich Kinder, Eltern und Mitarbeiterinnen einig.