Protestanten wählen neue Leitungsgremien - ohne Wahlgang

13. Februar 2016

Seit Monaten bereitet die Evangelische Kirche von Westfalen die Kirchenwahlen vor. Am kommenden Sonntag, 14. Februar,  sind dann die evangelischen Christinnen und Christen aufgerufen, über die Zusammensetzung der Presbyterien zu entscheiden.

Im Kirchenkreis Hagen ist dies allerdings eher ein formaler Akt – denn mangels überzähliger Kandidatinnen und Kandidaten wird nicht wirklich gewählt. Stattdessen finden sich in allen 20 Gemeinden jeweils so viele Ehrenamtliche für das Leitungsamt des Presbyteriums, dass eine Wahl ausbleibt.

 

Eine negative Wahl in Form einer Ablehnung von Kandidatinnen und Kandidaten wäre möglich gewesen, zumal Bewerber im presbyterial-synodalen System der Evangelischen Kirche aus der Mitte der Gemeinde vorgeschlagen werden müssen. Über Monate hin weg haben sich Gemeindeglieder, Presbyterien, Angestellte und Theologen auf den Weg gemacht, für das höchste Leitungsamt in ihrer Kirchengemeinde zu werben. Immerhin hängen an dem Amt über einen hohen zeitlichen Aufwand hinaus große Verantwortung. Presbyterien entscheiden über Gebäude, geben die Gelder der Gemeinde aus, treten als Arbeitgeber auf und stehen für Fehler oder Regelverstöße gerade. „Dieses Amt für vier Jahre zu übernehmen, verlangt Respekt und Anerkennung“, so die Superintendentin des Kirchenkreises, Pfarrerin Verena Schmidt. „Es gibt kein Gehalt, keine Aufwandsentschädigung, angesichts weitreichender Entscheidungen bleibt manchmal auch der Beifall aus. Und dennoch engagieren sich alte wie junge, berufstätige wie pensionierte Menschen für ihre Kirche und ihren Glauben.“

 

In den meisten der 20 Kirchengemeinden in Breckerfeld, Hagen, Herdecke und Wetter  werden die neuen Presbyterien am Sonntag, 6. März feierlich eingeführt.