Herz wird immer für den Beruf schlagen

Wenn Knut-Michael Leimann über seinen Beruf spricht, dann lächelt er. Über 18 Jahre lang hat der Pädagoge aus Hagen die Evangelische St.-Jacobus-Schule in Breckerfeld geleitet und entscheidend ihren Umbau von der Real- zur Sekundarschule gesteuert. Ende des vergangenen Jahres ist Knut Leimann offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. „Jetzt kommt etwas Neues“, sagt der Presbyter der Christuskirchengemeinde in Eilpe.

Über 18 Jahre lang hat der Pädagoge aus Hagen die Evangelische St.-Jacobus-Schule in Breckerfeld geleitet und entscheidend ihren Umbau von der Real- zur Sekundarschule gesteuert. Foto: Kristina Hußmann

Ein Rückblick: Knut Leimann beginnt seine Lehrerkarriere 1975 an der Bruchtorschule in Hattingen, bekommt die erste Festanstellung 1976 an einer Hauptschule in Witten, studiert nebenbei an der Uni Dortmund und wechselt 1981 an die Anne-Frank-Realschule in Bochum und bleibt dort viele Jahre. 1998 übernimmt er die Leitung der St.-Jacobus-Realschule in Breckerfeld. Bereits seit 1990 wohnt die Familie in Hagen - „die Heimatstadt meiner Frau“, so der Vater von vier Kindern.

Die Breckerfelder Realschule genießt einen guten Ruf, „sie lief viele Jahre richtig gut“, bis dann generell die Schülerzahlen zurückgingen. „Die Landeskirche sprach sich dafür aus, dass wir modellhaft Schule machen“, so Leimann. „Die Idee, ein evangelisches Schulhaus mit integrierter Hauptschule zu gründen, ließ sich nicht umsetzen.“ Das Modell der Gemeinschaftsschule wurde vor der Umsetzung gekippt, so dass die Sekundarschule auf den Plan kam.

Und so erarbeitete er zusammen mit dem Konrektor Klaus Joraschkewitz ein neues Konzept. „Das war eine Menge Arbeit“, erinnert er sich. „Aber das ganze Kollegium stand hinter mir, die Landeskirche war mit im Boot, und die Stadt hat letztlich die Kosten für die notwendige Vierzügigkeit getragen.“ Mit der Hildegardisschule in Hagen und den Berufskollegs der Volmestadt fanden sich Kooperationspartner für die gymnasiale Oberstufe. „Wir konnten ein tolles Angebot zum Beispiel im Bereich der Sprachen einrichten“, so Knut Leimann. Neben Englisch und Französisch können die Schülerinnen und Schüler an der Sekundarschule in Breckerfeld auch Spanisch lernen. Entsprechend groß ist die Nachfrage. „Für das Schuljahr 2016/2017 hatten wir 120 Anmeldewünsche“, erinnert sich der Pädagoge. „97 Kinder konnten wir aufnehmen.“

Das Schulleben geht also munter weiter. Für Knut Leimann aber ist an dieser Stelle jetzt Schluss. „Im Mai werde ich 66 – jetzt kommt etwas Neues“, sagt er. Seine Enkelkinder; sein Hobby – die Fotografie; seine Arbeit als Presbyter… Ob ihm dabei der Schulalltag dennoch fehlen wird? „Ganz sicher“, so Leimann. „Wann hat man schon mal die Chance, eine Schule nach seinen Vorstellungen zu bauen?“. Doch auch, wenn Knut Leimann jetzt nicht mehr früh morgens den Berg zur Schule hinauf fahren muss, mit dem Kopf ist er immer noch ein wenig an seiner Wirkungsstätte in Breckerfeld. Und sein Herz? „Das wird immer auch für meinen Beruf schlagen.“