Ă–ko-Info I/2021: Der Umweltausschuss informiert Die essbare Kirche

Essbare Kirche?

Was fällt Ihnen spontan ein, wenn sie „essbare“ Kirche hören? Vielleicht die Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten der Gemeindemitglieder oder das Gemeindeessen? Vielleicht denken Sie an eine Kirche aus Schokolade, die Kirche als Torte oder als Knusperkirche?

Modellstadt Andernach

Den Begriff essbare Kirche habe ich von „essbare“ Stadt abgeleitet. Die berühmteste deutsche essbare Stadt ist Andernach am Rhein nicht weit von Koblenz. Da wachsen mitten in der Stadt auf dem Marktplatz Salate, Tomaten, Johannisbeeren und Kräuter. An den Stadtmauern stehen Spaliere mit Weinreben, Bohnen, Beeren und Obst. Besonders alte Gemüse werden in der Stadt angebaut. Die Menschen dürfen nicht nur ernten, sondern die Samen mitnehmen und in ihren eigenen Gärten aussähen. Dort wachsen sogar Kiwis, Sharonfrüchte und Granatäpfel. Zum essbaren Andernach gehören mittlerweile auch Schafe, Hühner und Bienen. Im grünen Mittelstreifen der Zufahrtsstraßen steht Spalierobst.

Kircheneigene Böden nutzen

Auch hier bei uns gibt es viele essbare Pflanzen: Wie wäre ein Salat mit Wiesenkräutern, eine Brennnessel- oder Giersch-Lasagne, der Tee mit frischer Minze? In Witten gibt es schon gute Ansätze. Am Rheinischen Esel z. B. wurden Kirschen, Walnüsse und Esskastanien gepflanzt. Mitten in der Stadt stehen Baumhasel, deren Nüsse man essen kann. Ich selber erntete im Frühling Bärlauch.

Zu beachten ist, dass man nicht gerade einen Kirschbaum an den Gehweg pflanzt, damit durch die herunterfallenden Früchte nicht ein Schmierfilm entsteht, der womöglich zu Stürzen führt. Also an Wegen eher Nussbäume setzen, während Obstbäume besser auf Wiesen stehen. Wenn regelmäßig gemäht wird, verarmt allerdings der Boden. Damit die Bäume dann nicht krank werden, sollte man sie düngen.

Natürlich ist eine essbare Kirche oder ein essbarer Kindergarten giftfrei. Also frei von Pestiziden oder Herbiziden. Sehr hilfreich ist, wenn auf einem Schild steht: Bitte ernten. Die Kirche wird so nicht nur für Gemeindemitglieder zum Segen, sondern weit darüber hinaus.

Guten Appetit wünscht Ihnen Dr. Angela Sänger,

Mitglied im gemeinsamen Umweltausschuss der Kirchenkreise Hagen, Hattingen-Witten und Schwelm.

 

 

 

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