Eindr├╝cke von Lermianna Girsang aus Indonesien

Die Auswirkung der Pandemie

(Eindrücke von Lermianna Girsang aus dem Juli 2020

Kirche, Alltag, Rolle der Kirche in der Gesellschaft, Persönliche Einschätzung)

 

Wie in der ganzen Welt ist mein Land Indonesien auch von Virus Corona betroffen. Das Virus ist so schnell verbreitet, viele Leute sind infiziert und einige davon sind daran gestorben. Einige Ärzte, Krankenschwester, Krankenpfleger, die sich um die Kranken kümmern und gekümmert haben, sind deshalb auch infiziert und daran gestorben. Wir sind betroffen und traurig. Außerdem macht uns diese Lage ängstlich und unsicher. Die Medien informieren uns täglich und ständig darüber. Wir sollen uns aufpassen und uns um unseren Gesundheitszustand kümmern

Die Leute sind in Panik geraten. Die Zahl der Infizierte ist drastisch Tag zu Tag gestiegen. Menschen sind plötzlich krank, mit covid-19 diagnostiziert, einige sollen in Quarantäne bleiben: zu Hause oder im Krankenhaus, was nur für covid-19 Patientinnen und Patienten sein soll. Einige sind wieder geheilt, aber viele sind leider gestorben. Wenn jemand an dieses Virus stirbt, wird die Leiche direkt vom Krankenhaus zum Friedhof gebracht und in bestimmten Ort auf dem Friedhof begraben.

Die Zahlen steigen, die Schutzimpfungen sind noch nicht gefunden. Die indonesische Regierung erklärte den Ausbruch des Coronavirus in Indonesien zu nationalen Katastrophe und alle Indonesier aufgefordert, soziale Distanzierung zu praktizieren, um die Ausbereitung des Virus im Land zu verlangsamen. Die Kirchen, Moscheen, und andere Orte, wo man sich normallerweise versammelt, sind vorübergehend geschlossen. Es gilt auch für die Universitäten, Schulen und Ausflugsorte.

Es gibt danach weiterhin Reisebeschränkungen: einige Flughäfen und Bahnhöfe sind auch geschlossen. Der Gesundheitsminister hat uns weiterhin aufgefordert, zu Hause zu bleiben, die Hände ständig waschen und das Immunsytem des Körper zu stärken.  

Auch der Leiter der PGI mit anderen Kirchenleitenden hat uns empfohlen, die Gottesdienste zu Hause online zu feiern.

Der Alltag wurde geändert und muss weiterhin geändert werden. Die Kinder lernen online von zu Hause. Viele müssen zu Hause bleiben. Es ist nur erlaubt, sich mit maximal 30 Leute in jedem  Anlass zu versammeln. Alles hat seine Regelung und sein Vorgehen.

Die Auswirkung von diesem Virus kann man auch in der wirtschaftlichen Lage sehen. Viele Leute haben Existenzangst. Sie sind verzweifelt und ängstlich, dass diese Lage alles kaputt machen kann. Die Fragen wie z.B.: kann die Regierung mir finanziell helfen? Wie kann ich meine Familie ernähren usw, tauchen oft in der Gesellschaft auf.

 

Die Situation der Kirchen

Nachdem es offiziell mitgeteilt wurde, dass die Kirchen vorübergehend geschlossen sind, haben die Pfarrerinnen, Pfarrer, Bibelfrauen und Presbyterien in jedem Kirchenkreis gemeinsam koordiniert und geplant, was zu tun. Denn wie wir wissen, jeder Kirchenkreis hat andere Situation. In den Städten kann man online Gottesdienst sogar live streaming anbieten. Fast jede/r hat Handy. In anderen Orten, wo die Internetmöglichkeit nicht in Frage kommt, bereiten sie schriftliche Gottesdienst vor. Es wird vor dem Sonntag verteilt, damit alle von zu Hause am Sonntag feiern kann. Während die Liturgie des Gottesdienst Tür zu Tür verteilt wird, wird auch die Kollekte gesammelt. Die Kollekte wird zum Schluss zur Gemeinde gebracht. Es muss alles Transparenz bleiben.

Ich und meine Nichte feiern den Gottesdienst online von zu Hause, auch manchmal live streaming.

 

Am Anfang fand ich irgendwie doch fremd, ohne Gemeinschaft den Sonntag zu verbringen. Was passiert eigentlich in dieser Welt, Gott? Wo sind meine Freunde, die ich oft in der Kirche sehe? Sowas habe ich noch nicht in meinem Leben erlebt, dass die Kirchen vorübergehend geschlossen bleiben sollen. Ist es nur wegen diesogenanntes Coronavirus?

Nachhinein ist es mir bewusst geworden, dass es ein richtiges Verhalten ist, diese Ausbereitung des Virus zu verlangsamen. Wir müssen das Vorgehen und Regelung von der Regierung folgen. .

Letztendlich bin ich dankbar, dass Gott mir Gelegenheit gibt, von zu Hause den Gottesdienst zu feiern. Wie es in Matthäus 18; 20 steht „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Jesus wird uns nicht im Stich lassen. Seine Versprechung hält er, bis die richtige und die gute Zeit kommt.

Nach dem Gottesdienst habe ich oft meine Freunde, Nachbarn und Familie gefragt, wie sie mit dieser neuen Gottesdienstart umgehen. Die Antworte sind unterschiedlich. Einige waren traurig, einige wollen an dem Gottesdienst nicht teilnehmen, weil es für sie kein Gottesdienst ist. Und andere machen mit und mit der Hoffnung, diese Pandemie soll bald beenden.

 

Alltagssituation

Fast alle sind von dieser Pandemie betroffen, in den Städten, auf dem Land. Alle haben mit ihrer Situationen zu kämpfen. Die Reiche, die Ärmer, Beamten, Bauer, alle haben sich zu beschweren.

Kinder brauchen Zugang zu online schule, sie brauche entsprechende Geräte, Internetverbindung zu Hause. Die Eltern brauchen extra Guthaben für die Internetverbindung.

Die Erwachsene arbeiten von zu Hause. Die Sitzungen werden von zu Hause online gemacht. Der Begriff Zoom wird häufig gehört. Diese Veränderung kostet Geld und das Geld hat nicht jede/r selbstverständlich zur Verfügung.

Viele Bauer beschweren sich, weil ihre Ernte nicht verkauft werden konnte. Normalerweise gehen die Leute von den Städten aufs Land, kaufen die Gemüse und Früchte direkt von den Bauern. Danach wird es in den Städten wieder verkauft. Wenige Leute gehen auf dem Markt einkaufen.

In dieser Pandemie gibt es Beschränkungen der Reise innerhalb des Landes. Deshalb gibt es viele Früchte und Gemüse, die einfach auf dem Feld sind.

 

Rolle der Regierung, Kirche und Gesellschaft

Die Kichenleitung der GKPS hat ihre Gemeindemitglieder gemeinsam gegen covid19 zu stärken und füreinander zu beten.

In meiner Gemeinde, GKPS Pematang Simalungun, gibt es fünf Bezirke. Zum Beispiel in meinem Bezirk sind einige von den Familien wegen covid19 finanziell sehr betroffen. Es wird organisiert, dass diejenige, die genüg haben, den anderen, die weniger haben, geben. Wir fragen Leute zu spenden und danach Nachrungsmittel und Geld werden überreicht. Keiner kann wissen, wann diese Pandemie zu Ende sein wird, deshalb organisieren wir, dass die Hilfe möglicherweise mehrmals gegeben wird. Die Gemeindemitglieder helfen mit, solange sie können.

Auch die Hilfe von der Kirchenleitung ist auch vorhanden. Masken, Grundnahrung, Desinfektionsmittel werden verteilt. Das Kirchenleitungsbüro bekommt ständig Informationen von PfarrerInnen, Bibelfrauen und Evangelisten, wer dringend Hilfe benötigt.

Hilfe bekommt auch GKPS von VEM, LWF und andere. Gemeinsam werden wir dieses Virus bekämpfen.

Die indonesische Regierung hilft dem Volk in verschiedenen Arten, z.B. monatliche Stromgebühren müssen für bestimme Zeit von ärmsten Familie nicht bezahlt werden. Außerdem bekommen die ärmsten Familie regelmäßige finanzielle Unterstützung von der Regierung für bestimme Zeit.

Solche Unterstützungen machen den Last des Volks weniger.

Wie wir wissen, Indonesien ist ein großes Land, mit über 260 Millionen Menschen. Es ist sicherlich nicht so einfach für die Regierung und auch Kirchen, alle Betroffene zu erreichen.

Meine Beobachtung

Alle wissen Bescheid, wir sollen Distanz halten, wie sollen Maske tragen, die Hände ständig waschen, unser Immunsystem stärken. Aber nicht alle halten an Regelung oder Vorgehen.

Ich habe auch den Eindruck, für einige ist es nicht so einfach, die soziale Distanzierung zu halten. Einige von ihnen wollen nicht mehr zu Hause bleiben, sie versammeln sich, als ob es das Virus nicht gäbe. Einige finden es so langweilig, seit 4 Monaten nur zu Hause zu bleiben. Einige müssen einfach aus dem Haus gehen, weil sie von Tageslohn sehr angewiesen sind.

Die Ausbereitung des Virus ist jeden Tag mehr zu spüren. Zur Zeit haben wir 95.418 infizierte, 53.945 davon geheilt und 4.665 gestorben.

Maskenpflicht gilt in Malls und Sehenswürdigkeiten. Die Polizei kontrolliert es.

Seit Ende Juli gibt es einige Kirchen, die schon Gottesdienst anbieten. Bevor man die Kirche betritt, muss man vorher den Körpertemperatur messen lassen, den Körper mit Desinfektionsmittel besprühen. In der Kirche muss man mit mindesten ein Meter Abstand voneinander sitzen. Unser Gottesdienst in der Kirche dauert nur eine Stunde. Nachdem Gottesdienst müssen wir direkt die Kirche verlassen. Wir geben den anderen auch nicht die Hände zur Begrüßung.

Damit jede in die Kirche am Sonntag gehen kann, wird dann organisiert, dass es zwei bis drei Mal Gottesdienst am Sonntag gibt.

 

Diese Pandemie macht jede Person und jede Familie zu schaffen. Was sicher ist, wird unsicher gemacht. Jede/r muss lernen, in Unsicherheit zu leben.

Lass uns gemeinsam beten, dass diese Pandemie ein Ende hat, dass man bald die Impfung gegen dieses Virus finden kann.

 

Möge Gott uns weiterhin schützen, wo auch immer wir sind.

Möge Gott uns seine Anwesenheit in dieser Zeit immer wieder zeigen.

Möge uns immer wieder spüren, dass Gott in unserer Seite ist.

 

Viele liebe Grüße von uns, eure Schwestern und Brüder in Simalungen-Indonesien.

Gott segne uns alle!

 

Pematangsiantar, Ende Juli 2020

 

Lermianna Girsang

 

 

 

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