Zeitkapsel im Altar der Johanniskirche

„Dass sich so etwas darin verbergen würden, haben wir nicht geahnt“, sagt Pfarrerin Katharina Eßer und zeigt auf das, was sie auf dem Tisch ausgebreitet hat. Pläne, Urkunden und eine Metalltafel liegen dort. Alles ziemlich alt. Zum Vorschein gekommen sind diese Dinge, als jetzt im Zuge der Kirchensanierung der Altar in der Johanniskirche am Hagener Markt geöffnet worden ist, um ihn in die Taufkapelle verlegen zu können. „Das ist schon ein ganz besonderes Gefühl“, so die Theologin.

Das älteste Stück, das mit der Hebung der steinernen Altarplatte ans Licht gekommen ist, ist eine Metallplatte von Reidemeister Johann Caspar Hundeicker, in die - neben weiteren Namen - das Jahr 1750 eingeritzt ist (Foto: Kristina Hußmann)

Mit weißen Handschuhen entrollt die Pfarrerin der Ev.-Luth. Stadtkirchengemeinde  die Pergamentstücke, die einst für die Aufbewahrung im Altar in ein luftdicht verschließbares Rohr aus Messing gesteckt worden waren. „Wir nennen es Zeitkapsel“, so Katharina Eßer. „Hat uns der Inhalt doch noch mehr auf die historischen Spuren der Kirche gebracht.“

So zeigt zum Beispiel eine Skizze von 1935 den Grundriss der Kirche vor dem Jahr 1748. In diesem Jahr ist die Kirche abgerissen und eine neue, dreischiffige Kirche errichtet worden. „Teile des alten Mauerwerkes sind bei den Umbaumaßnahmen schon entdeckt worden, und sie werden von einem Archäologen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) untersucht.“ Ein Baustopp sei allerdings nicht notwendig.

Ein weiteres Dokument von 1903 beschreibt bauliche Maßnahmen am Kirchengebäude und sowie Entwicklung von Gemeindestruktur und Entstehungsgeschichte weiterer Kirchen im Stadtgebiet. Das älteste Stück, das mit der Hebung der steinernen Altarplatte ans Licht gekommen ist, ist eine Bleiplatte von Reidemeister Johann Caspar Hundeicker, in die - neben weiteren  Namen - das Jahr 1750 eingeritzt ist.

„Wir haben sofort das Denkmalamt und das Stadtarchiv informiert, deren Mitarbeiter unsere Fundstücke für die Archive dokumentiert haben“, so Katharina Eßer. Zur Grabungsstätte für Archäologen wird die Johanniskirche durch diese Funde allerdings nicht.

Inzwischen ist die Zeitkapsel mit den Fundstücken wieder fest verschlossen und in den Hohlraum des Altars zurückgelegt worden. Auch der hat seine schwere Deckplatte wieder, so dass die historischen Dokumente zurück sind an ihrem sicheren Platz. Hinzugelegt haben die Verantwortlichen der Stadtkirchengemeinde noch die aktuellen Baupläne.

 

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