Zeit für mehr Gerechtigkeit

01. Mai 2016

"Solidarität, Gerechtigkeit und Menschenwürde – es ist egal, ob man einer Kirche angehört oder aus reiner Menschlichkeit dafür eintritt! Denn Kirche und Gewerkschaft eint so viel!“

Der katholische Pfarrer Dieter Aufenanger, Bürgermeister Horst Wisotzki, Ruth Schäfer, die stellvertretende Stadtverbandsvorsitzenden des DGB sowie Superintendentin Verena Schmidt (v.l.n.r.) beim Gottesdienst anlässlich der Mai-Kundgebung.

Für die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises, Pfarrerin Verena Schmidt, und ihren katholischen Kollegen Pfarrer Dieter Aufenanger gehört der Gottesdienst am 1. Mai seit einigen Jahren zu den ganz besonderen im Jahreskalender. Seit vor acht Jahren das Bündnis Sozial gerechte Stadt Hagen von den beiden großen Kirchen und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Hagen ins Leben gerufen wurde, treten sie gemeinsam für die Rechte der Menschen in Hagen ein. Jeder an seiner Stelle – und am 1. Mai auch sichtbar nach draußen gemeinsam, durch einen Gottesdienst und den traditionellen Marsch durch die Innenstadt.

„DGB und Kirchen sagen Armut den Kampf an“, titelte die lokale Tageszeitung 2008 bei der Gründung des Bündnisses. Damals wie heute ging und geht es um Chancengleichheit und um soziale Gerechtigkeit, um die Bekämpfung von Armut in der Volmestadt und um gerechten Lohn für geleistete Arbeit. Und in diesem Jahr besonders um den Sonntag als Tag, der frei von Arbeit bleiben sollte –nach Ansicht der Kirchen ebenso wie der Gewerkschaften.

„Schon zu biblischen Zeiten war es nicht selbstverständlich, dass sich jemand für die Rechte der Arbeiter einsetzt“, erinnerte die Superintendentin in ihrer Ansprache in der mäßig besuchten Johanniskirche am Markt; Kollege Aufenanger verwies ganz handfest und mit einem Augenzwinkern darauf, dass sich schon Gott Zeit für Arbeit UND Pausen genommen habe: „Er hat gewiss nicht am siebten Tage noch den Rasen gemäht oder irgendwas rumgezupft.“ Zwar fiel der 1. Mai in diesem Jahr auf einen Sonntag und bescherte den Arbeitnehmern deswegen keinen zusätzlichen freien Tag; für Aufenanger ein Grund mehr, den Sonntag als Feiertag zu ehren. „Auf Missstände hinweisen und die Menschen im Gespräch halten – das ist die Aufgabe von Kirchen UND Gewerkschaften“, formulierte er zudem.

Ein besonderer Moment für alle Gottesdienstbesucher war das Entzünden einer Kerze für den schwer erkrankten DGB-Kreisvorsitzenden Jochen Marquardt, für den außerdem eine Fürbitte gesprochen wurde, bevor sich ein Zug aus mehreren hundert Hagenerinnen und Hagenern, gemeinsam mit Ruth Schäfer, der stellvertretenden Stadtverbandsvorsitzenden des DGB, sowie angeführt vom MdB René Röspel, Bürgermeister Horst Wisotzki und mehreren Partei-Vertretern auf den Weg zum Volkspark machten.

Auf zahlreichen Transparenten und Schildern formulierten die Teilnehmenden neben den klassischen Themen - für guten Lohn und gegen Kinderarmut - auch Kritik an aktuellen Themen wie dem Freihandelsabkommen TTIP. Und im Volkspark dominierte dann fast schon traditionell beim Solidaritätsfest vor allem internationales Essen, Trinken und Folklore.

Text und Fotos: Nicole Schneidmüller-Gaiser

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