„Wenn die Sonne hineinscheint, dann leuchtet alles“

„Bauen wir um und begegnen den Menschen außerhalb der Mauern“ – so wünschte es sich Katharina Eßer in ihrem Einführungsgottesdienst als Pfarrerin der Ev.-Luth. Stadtkirchengemeinde am Reformationstag 2017 in der Hagener Johanniskirche. Das war kurz bevor Bänke, Orgel und Altar aus dem Gotteshaus verschwanden, um ihm mit einer großen Baumaßnahme ein neues Gesicht zu geben und dem alten eine intensive Pflegekur zu verpassen...

Pfarrerin Katharina Eßer (rechts) und Küster Michael Jessen besprechen Termine rund um die Wiedereröffnung der Johanniskirche. Im Hintergrund: das freigelegte Fenster, das für eine besondere Atmosphäre in der ältesten Kirche Hagens sorgt. Fotos (2): Kristina Hußmann

... Mit  dem mobilen Gottesdienstformat „Kirche to go“ hat sich das Pfarrteam in den vergangenen Monaten nicht nur außerhalb der Mauern, sondern vor allem in neuen Räume bewegt und dabei „tolle Erfahrungen gemacht“, wie Katharina Eßer resümiert.  Jetzt - ein Jahr später sind Anbau und Sanierung der Johanniskirche fast abgeschlossen. Der Wiedereinzug in die alten Mauern steht bevor. „An Heiligabend werden wir hier wieder Gottesdienst feiern“, sagt die Pfarrerin. „Die Glocken läuten jetzt schon wieder.“

Dass damit nicht alles einfach wieder beim Alten ist, ist auch ohne aktives kirchliches Leben bei einem Rundgang durch die älteste Kirchen Hagens deutlich zu spüren. Im hinteren Teil der Kirche ist jetzt wieder eine Kapelle – mit dem alten Altar aus dem Kirchraum. „Mit Hilfe eines mobilen Taufbeckens können hier wieder Taufen stattfinden.“ Der Boden ist neu. Heller Kalkstein hat den dunklen Teppich ersetzt. Die Decke ist in einem warmen Gelbton gestrichen. „Die Ornamente sind gesäubert worden“, so Katharina Eßer. „Jetzt kann man sie endlich sehen.“

Ein neues Lichtkonzept lässt die warmen Farben besonders strahlen. Und: die Fensterrosette über der Empore mit ihren überwiegend gelben Gläsern ist freigelegt. „Wenn die Sonne hineinscheint, dann leuchtet alles“, sagt die Theologin. „Die Atmosphäre in der Kirche ist jetzt viel freundlicher.“


„Neues und offenes Konzept von Leben und Arbeit mit, in und an der Kirche“


Für eine gravierende Veränderung hat sich die Gemeinde mit dem Anbau an die Kirche entschlossen. Entstanden ist neben einem neuen zentralen Eingang – auch für die Kirche - ein großer Gemeinderaum mit viel Fensterfläche zum Marktplatz hin. Gruppen und Kreise werden hier ihren Platz ebenso finden wie Feiern und Veranstaltungen. Das Leben in diesem Teil des Kirchengebäudes wird künftig von außen gut zu sehen sein.

Und damit ist umgesetzt, was Pfarrerin Juliane im Schlaa schon in der ersten Planungsphase immer betont hat: „Der Umbau der  Johanniskirche soll allen Hagener Bürgern ein neues und offenes Konzept von Leben und Arbeit mit, in und an der Kirche nahebringen.“ Durch den Anbau würden sich deutlich erweiterte Möglichkeiten für das Gemeindeleben ergeben, so Katharina Eßer. „Es sind zwar noch die alten Mauern.“ Und viel Vertrautes wie zum Beispiel tolle Konzerte in der Kirche und das `Kirchcafé zur Marktzeit´ werde es wieder geben. „Aber es ist eben auch ein Neubeginn.“

Der Boden in der Johanniskirche am Hagener Markt ist neu, Wände und Decke sind frisch gestrichen. In Verbindung mit einem neuen Beleuchtungskonzept erstrahlt die Kirche jetzt in einem ganz anderen Licht.

 

Termine in der Festwoche

Mit einer ganzen Festwoche vom 27. Januar bis zum 3. Februar wird die Wiedereröffnung der Johanniskirche Anfang des kommenden Jahres gefeiert. Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), wird den Einführungsgottesdienst am 3. Februar halten. Ansonsten steht viel Musik auf dem Programm:

  • Sonntag, 27. Januar:
    11 Uhr - Eröffnungsgottesdienst (Gäste: Living Voices), anschl. 15 Minuten musikalisches Programm der Living Voices
    18 Uhr -  Konzert unter dem Titel ‚Say J.E.S. to CrossOver feat J.E.S.‘
     
  • Montag, 28. Januar:
    18 Uhr - Konzert der Jugend-Bigband High Vol(u)me der Kiersper Musikgemeinschaft unter dem Titel ‚Swing Meets Church‘. (Leitung: Dirk Pawelka)
     
  • Dienstag, 29. Januar:
    18 Uhr - Konzert Martin-Brödemann-Trio unter dem Titel ‚Halbmond im Anderswo‘
     
  • Mittwoch, 30. Januar:
    18 Uhr - Konzert mit Roland Pröll und Robert Sechi: Werke für Klavier und Violine unter dem Titel ‚Virtuose romantische Kammermusik‘
     
  • Donnerstag, 31. Januar:
    16 bis 17 Uhr - Kinderprogramm mit der Stadtbücherei
     
  • Freitag, 1. Februar:
    18 Uhr - Freitagskonzert mit Kirchenmusikdirektor Matthias Ank an der Orgel
     
  • Samstag, 2. Februar:
    10.30 Uhr - Führung durch das Springeviertel mit Michael Eckhoff
    12 Uhr – Mittagsandacht
    16 Uhr - Historischer Vortrag mit Michael Eckhoff (musikalische Untermalung am Flügel: Barbara Rosolova).
     
  • Sonntag, 3. Februar:
    11 Uhr - Gottesdienst mit Präses Annette Kurschus unter Mitwirkung der Kantorei (an der Orgel Roland Pröll)
    18 Uhr - Orgelkonzert (Joseph Gabriel Rheinberger Konzert in F für Orgel und Orchester Op. 137) unter der Leitung von Joseph Trafton (an der Orgel Frank Förster)
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