„Von Anfang an begeistert und überzeugt“

Für Ingrid Jäger Schmermund hat alles im Turmzimmer der Matthäus-Kirche begonnen. „In kleiner Runde mit wenigen Kindern und einfacher Ausstattung“, blickt sie zurück. Eltern hatten einen Trägerverein gegründet, um die Möglichkeit einer Über-Mittag-Betreuung ihrer Grundschulkinder zu schaffen und dafür die gelernte Erzieherin engagiert. „Es war ganz schnell klar, dass es einen großen Bedarf gab.“ Das war 1995.

Ingrid Jäger Schmermund hat fast 30 Jahre im Bereich der Über-Mittag-Betreuung von Grundschulkindern gearbeitet – seit 2007 in Trägerschaft der Ev. Jugend. Foto: Kristina Hußmann

Heute – fast 30 Jahre später – hat Ingrid Jäger Schmermund ihren Abschied aus der Offenen Ganztagsschule (OGS) an der Karl-Ernst-Osthaus-Schule (KEO) hinter sich gebracht. „Gefeiert möchte ich nicht unbedingt sagen, denn ich gehe mit einem lachenden aber auch einem weinenden Auge.“ Die Erzieherin hat in diesen drei Jahrzehnten den Ort, nicht aber ihre Aufgabe gewechselt. „Ich war von Anfang an begeistert und überzeugt von der Idee, Familien eine verlässliche und professionelle Betreuung über die Unterrichtszeit hinaus anbieten zu können und habe in all den Jahren mit genau dieser Überzeugung in diesem Bereich gearbeitet.“

Seit 2007 gehören OGS und Halbtagsbetreuung an der KEO zur Evangelischen Jugend im Kirchenkreis Hagen, die seit 2004 als Trägerin mit im Boot und in den Folgejahren Schritt für Schritt an immer mehr Schulen aktiv geworden ist. „Gestartet sind wir hier an der Schule mit 42 Kindern.“ Inzwischen sind es 160. „In den Anfängen konnten wir uns als Team fast ausschließlich der pädagogischen Arbeit widmen“, blickt Ingrid Jäger Schmermund zurück. Heute nähmen administrative Aufgaben einen großen Teil der Zeit in Anspruch. „Vor allem der Tag der OGS-Kinder ist straff getaktet: Mittagessen, Hausaufgaben, AGs.“ Das müsse eben richtig gut organisiert sein. „Und es klappt nur mit einem richtig guten Team.“

Die größte Freude habe ihr bei der Arbeit immer die sportliche Beschäftigung mit den Kindern gemacht, so Ingrid Jäger Schmermund. Dabei ging es der passionierten Tennisspielerin nicht nur um den Spaß an der Sache. „Beim Tischtennis zum Beispiel trainieren die Kinder ganz automatisch die Auge-Hand-Koordination.“ Auch für Gesellschaftsspiele kann sich die Erzieherin begeistern. „Das ist so wichtig, um das Einhalten von Regeln und das Verlieren zu lernen.“ Schließlich seien OGS und Halbtagsbetreuung viel, viel mehr als nur Beschäftigung und Beaufsichtigung. „Unser Arbeitsbereich ist in vielerlei Hinsicht ein bedeutender Lernort für die Kinder – vor allem mit Blick auf Aspekte wie Gemeinschaft, Solidarität, Rücksichtnahme, Regel- und Strukturorientierung.“

Nach ihrem letzten Arbeitstag geht es für die dreifache Großmutter erstmal in den Urlaub. „In den ersten Wochen wird sich alles wie immer anfühlen“, glaubt sie, dass die Momente der Wehmut erst noch kommen werden. „Wenn ich daran denke, dass die neuen Kinder ankommen, dass wir besondere Projekte machen, dass es auf Weihnachten zugeht.“ Aber Sorgen, die freiwerdende Zeit nicht gut füllen zu können, macht sich Ingrid Jäger Schmermund nicht. „Ich werde mich ganz sicher ehrenamtlich engagieren und bestimmt auch den Kontakt zum Team halten.“

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