Schöpfungspreis geht an die Paulusgemeinde

Die Evangelische-Lutherische Pauluskirchengemeinde Hagen ist für ihr Engagement in Sachen Umweltschutz mit dem Schöpfungspreis der evangelischen Kirche von Westfalen (EkVW) ausgezeichnet worden. Die Gemeinde im Stadtteil Wehringhausen und damit in einem dicht bebauten Bereich am Rande der Hagener Innenstadt kann sich über 2000 Euro Preisgeld freuen.

Annette Kurschus (rechts), Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), hat die Urkunde für den Schöpfungspreis an Pfarrerin Elke Schwerdtfeger (dritte von links) und ihr Team aus der Pauluskirchengemeinde überreicht. Foto: EKvW

„Wir sind begeistert“, sagt Pfarrerin Elke Schwerdtfeger. „Wir arbeiten schon seit 20 Jahren sehr konkret an dem Thema Bewahrung der Schöpfung und sind natürlich sehr glücklich, dass unsere Arbeit jetzt auch auf diese Weise belohnt worden ist.“

Den zweiten Platz belegt die Evangelische Kirchengemeinde Friedrichsdorf (Gütersloh) für ihr Projekt „Unser Friedhof lebt“. Der dritte Preis geht an die Evangelische Kindertagesstätte Dünne (Bünde) für das Projekt „Zeit für Schmetterlinge und Insekten“. Der Preis ist mit insgesamt 3500 Euro dotiert und in diesem Jahr zum ersten Mal für besonderes kirchliches Engagement zur Bewahrung der Schöpfung verliehen worden.

„Ich bin froh, dass Menschen in Gemeinden und Initiativen in der Evangelischen Kirche von Westfalen sich auf vielfältige und kreative Weise ihrer Verantwortung für die Schöpfung stellen und sich in vielen einzelnen und keineswegs kleinen Schritten auf den Weg eines nachhaltigen kirchlichen Handelns machen. Sie dienen damit dem Leben“, betonte Präses Annette Kurschus bei der Preisverleihung in der Dortmunder Pauluskirche. Heute könne und müsse alles, was wir tun und lassen, im Blick auf die ökologischen Folgen analysiert und befragt und bewertet werden. Kurschus: „Es steht nicht nur viel, es steht alles auf dem Spiel: das Leben selbst. Gottlob ist es immer noch möglich, die Folgewirkung unserer Schöpfungsvergessenheit und der Übernutzung unserer Erde so zu begrenzen, dass künftige Generationen leben können.“

Die Pauluskirchengemeinde hat sich das Thema zu einem ihrer Hauptanliegen gemacht. Und das schon seit zwei Jahrzehnten. Dabei sind etliche Ehrenamtliche mit im Boot, „ohne deren Einsatz das nicht zu schaffen wäre“, so Elke Schwerdtfeger. Von der Fotovoltaik-Anlage, über Nist- und Fledermauskästen bis hin zu Insekten- und tierfreundlichen Pflanzen und einem eigenen Bienenvolk im Pfarrgarten geht die Gemeinde in Sachen Umweltschutz in die Breite. Und ins Detail: „So haben wir zum Beispiel auch alle Leuchtmittel im Außenbereich gegen solche ausgetauscht, von deren Licht Insekten weniger angezogen werden.“

Im Jahr 2010 wurde die Gemeinde zum ersten Mal mit dem „Grünen Hahn zertifiziert – das Qualitätssiegel für kirchliches Umweltmanagement. In diesem Jahr steht die zweite Revalidierung an. „Im Laufe der Jahre haben wir mehr und mehr entdeckt, wie viele Möglichkeiten wir auch als Stadtgemeinde haben“, sagt die Pfarrerin. Der Garten hinter der Kirche ist in diesem Sinne nicht akkurat gestutzt, sondern so angelegt, dass viele Pflanzen und Tiere darin leben können. „Wir werden manchmal auf die Unordnung in unserem Garten angesprochen“, sagt Elke Schwerdtfeger. Umso mehr freuten sich alle Beteiligten, dass diese Unordnung jetzt honoriert worden sei und dadurch betont werde, dass sie Vielfalt und Leben ermöglicht. „Es wäre toll, wenn sich andere Gemeinden und Einrichtungen durch diesen Preis anstecken lassen.“

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