Regenbogen-Flagge in Ende zerstört

Der Regenbogen ist zerrissen worden, hat gebrannt. In diesem Fall geht es um die Regenbogen-Flagge der Kirchengemeinde Ende. Vandal*innen haben vor gut zehn Tagen in einem Akt homophober Gewalt die Regenbogen-Flagge und den Fahnenmast zerstört.

"Wir als Kirchengemeinde Ende wollten mit dem Hissen der Regenbogenflagge ein sichtbares Zeichen setzen gegen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Wir werden uns davon jetzt nicht abbringen lassen, denn wir wissen: Dass der Regenbogen strahlt, ist nicht allein Menschenwerk. Gott richtet ihn auf als Zeichen seiner Treue und gegen zerstörerische Gewalt.

Ja, der Regenbogen ist beschädigt. Doch das ist er nicht erst jetzt und nicht zum ersten Mal. Queere Menschen mussten unter diesem Zeichen schon viel erleiden. Und auch wir als Kirche haben unseren Anteil daran. Über Jahrhunderte hatten es Menschen aus der queeren Szene schwer, in der Kirche Heimat zu finden. Wir Christ*innen haben Gottes Symbol des Friedens, der Liebe und Hingabe verschleiert und beschmutzt. Noch heute ist das vielfach so. Damit muss Schluss sein, nicht nur in Ende. Es braucht noch viele weitere Gemeinden, die bereit sind ihre alten Denkmuster zu ÜBERdenken, immer wieder.

Gott hat sein Versprechen, immer bei uns Menschen zu sein und niemals von seiner Liebe zu uns abzurücken, nach der Sintflut im Schatten der Arche mit dem Regenbogen bekräftigt. Gottes Regenbogen und sein Versprechen kann kein Vandalismus der Welt klein kriegen. Das haben wir im Erntedankgottesdienst sehen können: Dort war der zerstörte Regenbogen von liebevollen Händen repariert worden und erstrahlte mit neuem Stolz. Denn Regenbogen bleibt Regenbogen, auch wenn er Narben trägt. Wir stehen an der Seite der queeren Menschen, weil Gott an ihrer Seite steht. Denn Gott hat uns nach seinem Ebenbild erschaffen, männlich und weiblich und noch so viel mehr, als in unsere menschlichen Herzen und Schubladen passt. So bunt der Regenbogen, so bunt ist Gottes Schöpfung – Danke, Gott!"

Friederike Paroth – Pfarrerin in der Kirchengemeinde Ende
Thorsten Maruschke – Synodalbeauftragter für sexuelle  und geschlechtliche Vielfalt

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