Pfarrer Jürgen Scheer verabschiedet

Nach fast 37 Jahren ist Pfarrer Jürgen Scheer mit einem Gottesdienst und bei einem anschließenden Empfang  aus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Haspe verabschiedet worden.

Pfarrer Jürgen Scheer (Mitte) steht nach dem Abschiedsgottesdienst in der Hasper Kirche mit seinem langjährigen Kollegen Jürgen Schäfer (rechts), Assessor Henning Waskönig (links) und den Mitgliedern des Presbyteriums zusammen. Foto: Kristina Hußmann

Als Pfarrer Jürgen Scheer vor fast vier Jahrzehnten nach Haspe kam, mussten er und seine Frau auf kleinem Raum zusammenrücken: „Nur ein Zimmer des Pfarrhauses war schon bewohnbar, der Rest – auch die Küche – wurde noch saniert“, erinnert sich der Theologe, der nun in den Ruhestand geht. „Das war eben einfach so und hat uns nicht gestört.“ Was damals kein Problem war, wäre heute wohl nur schwer vorstellbar – „so wie sich in fast vier Jahrzehnten eben viel grundlegend verändert hat.“

Die Zeit, als seine Kinder mit dem Bobbycar durch die langen Flure des Pfarrhauses sausten, war auch die, in der es noch acht Pfarrstellen in der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Haspe gab. „Die Pfarrbezirke waren überschaubar und der persönliche Kontakt zu den Menschen gut zu pflegen“, so Jürgen Scheer. Die strukturellen Veränderungen hätten das im Laufe der Zeit schon erschwert. „Aber ich habe nie gehadert, sondern habe froh meinen Dienst getan.“

So sind auch seine Arbeitsschwerpunkte in fast vier Jahrzehnten in der Hasper Kirchengemeinde die gleichen geblieben. „Dazu gehörte immer die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“, so der Pfarrer. Aber vor allem die seelsorgliche Begleitung, die Ansprache der Menschen sei ihm immer besonders wichtig gewesen. Dabei waren auch Beerdigungen nie eine Bürde für den 65-Jährigen. „Ich begleite die Menschen gerne, auch auf ihrem letzten Weg. Denn genau in diesen Moment werden wir dringend gebraucht.“

Als „hohes Gut“ bezeichnet Jürgen Scheer die vielen Kontakte, die – über Jahrzehnte gewachsen – die Qualität seiner Arbeit ausgemacht haben. „Es war keine Seltenheit, die Menschen von der Taufe über die Konfirmation bis hin zur Trauung zu begleiten – das ist schon etwas sehr Besonderes.“

Für seine Kolleg*innen hofft der Theologe, dass sich die Beziehungen nach der „entbehrungsreichen Corona-Zeit“ wieder aufbauen lassen. „Denn das macht diese Arbeit zu einer sehr erfüllenden.“ Und so macht der scheidende Gemeindepfarrer keinen Hehl daraus, dass nun zunächst eine große Lücke entstehen wird.

Aber zunächst steht noch Aufräumen auf dem Tagesplan. „Viel meiner Geschichte hier steckt in meine Arbeitszimmer, das ich gerade sortieren.“ So geht Jürgen Scheer die Zeit in Haspe in diesen Tagen noch einmal durch die Hände und den Kopf und das Herz. „Diese Erinnerungen sind sehr wertvoll, und sie werden es bleiben.“

Cookie Hinweis
Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Nutzung dieser Cookies zu. Siehe auch unsere Datenschutzhinweise
Zur Kenntnis genommen