Mit einem „O“ im Gepäck zur Landessynode

Hätten Sie gedacht, dass man im Gottesdienst ein „O“ kaufen kann? Die Synodalen in Bielefeld hatten damit sicher nicht gerechnet. Aber Frauke Hayungs, stellvertretende Synodalassessorin im Kirchenkreis Hagen, hatte den runden Buchstaben tatsächlich unter ihrem Trenchcoat, als die diesjährige Landessynode mit einem Gottesdienst eröffnet wurde. Für Superintendent Henning Waskönig passte das gut. Denn wenn es einen Buchstaben gibt, der am Trinitatis-Sonntag besonders gewürdigt werden sollte, dann ist es das „O“: „Staunend blicken wir an diesem Tag - mit offenem Mund - auf die Größe und Herrlichkeit Gottes.“

Pfarrerin Frauke Hayungs hatte das „O“ im Gepäck.

Der Auftritt von Frauke Hayungs als Verkäufer Schlemihl aus der Sesamstraße war nicht das einzige Element, das sich die Vertreter*innen aus Hagen für den Gottesdienst ausgedacht hatten. In einem Anspiel nahmen Frauke Hayungs und Almut Grebe (Mitglied des Kreissynodalvorstandes, KSV) den Buchstaben schon einmal genauer unter die Lupe und stellten fest: „O ist nicht gleich O. In dem einen Buchstaben stecken ganz unterschiedliche Bedeutungen drin.“ Als Beispiel führten sich verschiedene Lieder aus dem Gesangbuch an, die alle ein „O“ beinhalten - das aber ganz unterschiedliche Emotionen transportiert.

Warum eigentlich das O? Es spielt eine wichtige Rolle im Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom („O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!“ (V.33)), auf den sich Superintendent Henning Waskönig in seiner Predigt bezog. „Drei Kapitel lang hat Paulus intensiv nachgedacht, über Gottes Verheißungen und ganz besonders über Israel als Gottes auserwähltes Volk. Am Ende von Kapitel 11, mit dem bereits mehrfach erwähnten „O“, ändert sich der Ton“,  so der Superintendent aus dem Kirchenkreis Hagen.

„Ein Buchstabe und ganz verschiedene Bedeutungsvarianten. Manche lassen sich, so haben wir eben festgestellt, im Evangelischen Gesangbuch wiederfinden. Andere, so habe ich bei mir selbst gemerkt, stellen sich ein, wenn Post aus dem Landeskirchenamt im Briefkasten oder im Mail-Postfach landet“, sagte Henning Waskönig.

„Ohh“, dachte ich, als ich die Information bekam, mit den Synodalen aus dem Kirchenkreis Hagen den heutigen Gottesdienst zur Eröffnung der Landessynode vorzubereiten. „Oha“, das ging jetzt aber schnell. Deine Einführung zum Superintendenten war doch erst vor wenigen Monaten. Aber gut, es ist wie es ist. Und wenn ich ehrlich bin: Recht bald gesellte sich ein anderes „O“ hinzu. „O, was für eine Ehre und welche Freude, diesen Gottesdienst gestalten zu dürfen."

 

Die vollständige Predigt des Superintendenten findet sich hier zur Ansicht und zum Download.

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