Kirchen und Kino startet mit „Systemsprenger“

Mit dem preisgekrönten Drama „Systemsprenger“ startet am Sonntag, 18. Oktober, die Filmreihe „Kirchen und Kino“ im Kino Babylon im Kulturzentrum Pelmke in Wehringhausen. Der Eröffnungsfilm ist zugleich „einer der deutschen Vorzeigefilme der vergangenen Jahre“, so Alexander Thiele vom Kino Babylon. Ihm folgen bis Mai sieben weitere. „Und es sind viele gute dabei.“ Kirchen und Kino ist ein ökumenisches Projekt, das Filme präsentiert, die von der evangelischen und katholischen Filmarbeit in Deutschland und der Schweiz als Film des Monats bzw. als Kinotipp der katholischen Filmkritik hervorgehoben wurden.

(Von links) Alexander Thiele, Pfarrer Hanchrist Grote, Pfarrerin Katharina Eßer und Gerhard Steger freuen sich, dass die Reihe „Kirchen und Kino“ am 18. Oktober im Kino Babylon starten kann. Foto: Kristina Hußmann

„Nachdem wir coronabedingt lange keine Vorstellungen anbieten konnten, freuen wir uns, dass wir im Oktober mit Kirchen und Kino beginnen können“, sagt Thiele. „Mit unserem Schutzkonzept gehen wir auf Nummer sicher.“ 20 Personen können pro Vorstellung in dem Kinosaal Platz nehmen. „Wir könnten auch mehr Menschen einlassen, wollen aber denen, die kommen, ein gutes Gefühl geben.“ Dabei können sich die Kinobesucher*innen auf prominent Sitznachbar*innen freuen. „Die gesperrten Plätze sind mit Promipostern bestückt“, so Thiele. „Es kann also sein, dass man den Abend neben George Clooney oder Brad Pitt verbringt.“ Wer sich seinen Platz im Kino sichern möchte, kann vorher telefonisch aber auch per E-Mail oder über Facebook reservieren (https://www.pelmke.de/).

Bei jedem Film wird eine Ansprechpartner*in vom Team Kirchen und Kino da sein, um die Gäste zu begrüßen und ins Gespräch zu kommen. „Da wir unter den aktuellen Bedingungen allerdings keine gemütliche Austauschrunde nach dem Film durchführen können, möchten wir den Besucher*innen zudem die Möglichkeit geben, uns per E-Mail oder Telefon zu kontaktieren“, erklärt Pfarrerin Katharina Eßer, die für den Evangelischen Kirchenkreis Hagen im Organisationsteam ist. Am 20. Dezember und am 11. April wird der Medienpädagoge Michael Kleinschmidt als Referent die Vorstellungen begleiten und nach der Vorführung ein Filmgespräch anbieten.

Zum Film „Systemsprenger“ am 18. Oktober: Ein neunjähriges Mädchen verweigert sich radikal allen Verhaltensnormen und sorgt in allen pädagogischen Einrichtungen und Pflegefamilien für Wirbel. Hinter den Gewaltausbrüchen werden frühkindliche Traumata vermutet, doch die Helfer in allen Instanzen fühlen sich von der Aggression überfordert.

Hinter den Gewaltausbrüchen des Mädchens werden frühkindliche Traumata vermutet, doch die Helfer in allen Instanzen fühlen sich von der Aggression überfordert (Bildrechte: 24 Bilder).

Der sorgfältig recherchierte und in den Hauptrollen überragend gespielte Film will weder anklagen noch urteilen, sondern wirbt mit großer Kraft um Verständnis für ein Kind, das mit extremen Ausbrüchen nach Halt und Geborgenheit sucht. Statt auf ein Sozialdrama setzt die Inszenierung auf die Anteilnahme der Zuschauer, die auch psychisch in das chaotische Erleben der Protagonistin involviert werden.

Deutschland 2019; Regie: Nora Fingscheidt; mit Helena Zengel, Albrecht Schuch, Lisa Hagmeister, Gabriela Maria Schmeide; 125 Minuten; sehenswert ab 14.

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