Einladung zum gemeinsamen Mittagsgebet

Liebe Menschen im Evangelischen Kirchenkreis Hagen, hiermit laden wir Sie ein, gemeinsam ein Mittagsgebet zu halten, wenn mittags die Glocken unserer Kirchen läuten. Jede*r kann dies Gebet für sich im eigenen Zuhause oder am Arbeitsplatz halten und weiß dennoch, nicht allein damit zu sein, sondern weiß sich in der Solidarität der Vielen aufgehoben, die Dasselbe zur selben Zeit beten. Sie brauchen dazu: den folgenden Text, vielleicht eine Kerze oder ein Teelicht und einen Stift.

Mittagsgebet für Freitag, 5. Juni 2020

Ankommen
Beim Läuten der Glocken werde ich still vor meinem Gott. Ich entzünde eine Kerze, ein Teelicht oder schaue aus dem Fenster in das Licht des Tages. Ich werde mir meines Atems bewusst und spreche oder denke im Einatmen:​​​​

Gott, hier bin ich...
und im Ausatmen:​​​
Sei du mir nah.
Das wiederhole ich drei- oder viermal.

Ich spreche laut (oder leise) und weiß mich darin nicht allein:
​​Lass mir genügen dein Wort, Gott
die Hoffnung, die es verspricht
die Liebe, von der es erzählt
den Glauben, den es in mir entfachen will.
Amen

Ich horche einige Atemzüge lang auf das Glockenläuten.
Ich weiß, wie viele andere das jetzt mit mir tun.

 

Tageslosung
"​Meine Tränen sind mir zum Brot geworden Tag und Nacht, weil sie täglich zu mir sagen: Wo ist dein Gott (Ps 42,4)?"

Ich wiederkäue die Tageslosung, indem ich mit den Augen einmal, zweimal, mehrmals am Text entlanggehe. Wo bleibe ich hängen? Was spricht mir aus der Seele? Was will meine Seele unterstreichen, ergänzen, betonen? Ich unterstreiche, ergänze, betone, was für mich in dieser Tageslosung liegt. Abschließend lese ich die Tageslosung noch einmal und höre meine eigenen Gedanken mit. Ich spüre die Gemeinschaft der Vielen, die mit mir gerade diesen Vers bedacht haben.


Fürbittgebet
Nach kirchlichem Brauch sind den einzelnen Wochentagen besondere Gebetsanliegen zugeordnet. Am Freitag: Kreuz und Nachfolge – Vergebung und Schuld; frei werden und loslassen; alle, die leiden; die Gequälten und Verzweifelten; alle, die um des Evangeliums willen verfolgt werden.

Gebet: 
Ich spreche laut oder leise (und weiß mich darin nicht allein):

​​Gott, 
​​schenk du mir, dass ich weinen kann.
Schenk mir, dass das Schicksal anderer Menschen nicht aufhört, mich zu berühren.
Schenk mir, dass ich durchlässig sein kann für meinen Schmerz und den Schmerz anderer,
dass ich ihn spüre und das, was er mit mir macht
und dass ich ihn weitergeben kann an dich
und dich bitten, dass du ihn mit mir aushältst.
Schenk du mir, 
dass ich mich fallen lassen kann in deine Hand.
Schenk mir die Worte, dass ich zu dir bete:


Vater unser
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
dein Rich komme,
dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.


Segen
Ich spreche den Segen Satz für Satz hinaus zu allen anderen. Nach jedem Satz halte ich inne und werde gewahr, wie der Segen von allen anderen, die mit mir beten, zu mir zurückkehrt.

Gott segne dich und behüte dich.
Gott zeige dir seinen Weg.​​
Gott gebe dir Kraft.​​
Amen.

Ich blase die Kerze aus und schicke mit ihrem Rauch Gedanken der Liebe in die Welt um mich herum.

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