Ein Licht für jedes verstorbene Kind

Zum Gedenken an alle verstorbenen Kinder findet am Sonntag, 12. Dezember, um 16 Uhr ein Gottesdienst in der Pauluskirche in Wehringhausen statt. Dieser Gottesdienst, der seit vielen Jahren am 2. Sonntag im Dezember gefeiert wird, wird von der Elternselbsthilfegruppe Sternenkinder Hagen, der Krankenhausseelsorge im AKH und dem Kinderhospiz Sternentreppe organisiert. „Alle Familien, die ein Kind verloren haben, ganz gleich zu welchem Zeitpunkt und ganz gleich, wie lange es her ist, sind herzlich eingeladen“, sagt Pfarrer Jürgen Krullmann.

Am internationalen Candle Lighting Day stellen Menschen überall auf der Welt um 19 Uhr eine Kerze für ein verstorbenes Kind ins Fenster.

Für den Gedenkgottesdienst wird bewusst der zweite Sonntag im Dezember ausgewählt, ist er doch gleichzeitig der internationale Candle Lighting Day. An diesem Tag stellen Menschen überall auf der Welt um 19 Uhr eine Kerze für ein verstorbenes Kind ins Fenster, so dass über die verschiedenen Zeitzonen hinweg eine erdumspannende Lichterkette entsteht.„Ich finde es ganz großartig und sehr wichtig, dass es dieses Angebot gibt“, sagt Almuth Wolff. Die Hebamme, die lange in der Geburtshilfe gearbeitet hat und seit vielen Jahre ihre eigene Praxis zusammen mit ihrer Kollegin Christine Faltus in Hohenlimburg betreibt, weiß: „Wenn ein Baby nicht lebend zur Welt kommt oder ein Kind stirbt, dann ist nicht nur dieser Moment gravierend. Das Leben der betroffenen Familien ist danach für immer verändert.“

Hebamme Almuth Wolff. Foto: Kristina Hußmann

Sie würde sich wünschen, dass das Betreuungsangebot „viel umfangreicher ist.“ Frauen, die ihr Kind während der Schwangerschaft verlieren, seien danach oft auf sich allein gestellt. „Rückbildungskurse für Frauen, die eine stille Geburt erlebt haben, sind kaum zu finden.“ Almuth Wolff findet: „Dieser sehr besondere Verlust wird in unserer Gesellschaft nicht gut gespiegelt. „Die Eltern sind wie im Schock und verbleiben oft für lange Zeit in einer Trauersituation, aus der sie allein nur schwer herausfinden.“

Für die seelische Betreuung nach dem Tod eines Kindes gebe es nur sehr wenige Anlaufstellen. „Dass Selbsthilfegruppen wie die Sternenkinder Hagen Raum für die Trauer bieten und Halt geben, ist so wichtig.“ Und dabei sei auch der Gedenkgottesdienst am 12. Dezember ein wesentliches Element. „Dort begegnen sich Menschen, die ein Schicksal teilen“, so Almuth Wolff. „Und auch diese Begegnungen können ganz entscheidend sein.“

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