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02. Oktober 2023

„Kirchen und Kino“ startet am 15. Oktober mit "Das Lehrerzimmer"

Mit dem Film „Das Lehrerzimmer“ geht die ökumenische Filmreihe „Kirchen und Kino“ am Sonntag, 15. Oktober, in Hagen in die nächste Runde. Der Film beginnt um 17.30 Uhr im Kino Babylon im Kulturzentrum Pelmke in Wehringhausen. In der aktuellen Filmreihe werden bis Mai acht herausragende Filme in 27 Orten Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und Hessens gezeigt. Die Filme der Reihe sind in insgesamt 224 Vorstellungen zu sehen. Die neue Staffel präsentiert dabei Filme, die von Menschen in persönlichen Krisensituationen erzählen. Zugleich nehmen sie die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und krisenhaften Entwicklungen unserer Zeit in den Blick.

Je verzweifelter die Lehrerin sich bemüht, alles richtig zu machen, desto mehr droht die junge Lehrerin daran zu zerbrechen. Foto: © Alamode Filmverleih

Die Themen reichen vom Umgang mit den Folgen terroristischer Anschläge (Meinen Hass bekommt ihr nicht) und religiös begründetem Frauenhass (Holy Spider) über die Orientierungssuche in einer Welt voller technologischer und sozialer Umbrüche (Der schlimmste Mensch der Welt, Das Lehrzimmer) bis hin zum Wandel dörflicher Lebensräume (Mittagssstunde). Immer wieder erzählen die Filme auch von der Suche nach Versöhnung (The Whale), der Überwindung religiöser Gegensätze (Nicht ganz koscher – Eine göttliche Komödie) und der Kraft der Liebe (Roter Himmel).

Die Programmauswahl lag bei einer Jury aus Vertretern der kirchlichen Bildungs- und Medienarbeit sowie der beteiligten Kinos. Zur Wahl standen 32 Filme, die im vergangenen Kinojahr von der evangelischen und katholischen Filmkritik in Deutschland und der Schweiz als „Film des Monats“ oder als „Kinotipp der Katholischen Filmkritik“ ausgezeichnet wurden. Zu sehen gibt es überzeugende Filme, die unabhängig von ihrer jeweiligen geistigen Beheimatung die Sehnsucht nach dem Anderen, nach einem »Mehr des Lebens« aufrechterhalten.

Der Auftaktfilm „Das Lehrerzimmer“ ist ein mitreißendes Drama um eine junge Lehrerin, die sich mit einer Reihe von Diebstählen an ihrer Schule konfrontiert sieht. Ihre eigenen Ermittlungsversuche, aber auch ihr Bemühen um Vermittlung machen sie zur Zielscheibe des Ärgers von Kollegium, Eltern und Kindern. Je verzweifelter sie sich bemüht, alles richtig zu machen, desto mehr droht die junge Lehrerin daran zu zerbrechen.

Das außergewöhnliche, formal hochinteressante und durchkomponierte Drama konzentriert sich ganz auf die Pädagogin, die sich an ihren moralischen Ansprüchen zu überheben droht. Der spannungsgeladene, mit subtilem Humor inszenierte Film kreist um Be- und Verurteilungen in einer sich perfekt wähnenden Gesellschaft, die sich darüber selbst ein Bein stellt. Der formal und inhaltlich hochinteressante Thriller um Macht, Einfluss und Verdächtigungen im Mikrokosmos Schule ist mit fünf Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet worden.

Deutschland 2023; Regie: Ilker Catak; Darsteller*innen: Leonie Benesch, Michael Klammer, Rafael Stachowiak, Eva Löbau u.a.; 98 Minuten; sehenswert ab 14 Jahre

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