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29. April 2024

„Grund dafür sein, dass mehr Menschen in die Kirche kommen“

„Die Menschen spiegeln mir, dass ich frischen Wind in die Kirche bringe“, sagt Katharina Döring. Frischen Wind in eine Kirche, mit der sie seit vielen Jahren vertraut ist. „Ich bin hier in Dahl aufgewachsen und mit Gemeinde groß geworden“, so die zweifache Mutter. „Und dass ich jetzt hier auf diese Weise wirken und gestalten kann, freut mich sehr.“ Katharina Döring ist von Superintendent Henning Waskönig im Rahmen des Abendsegens offiziell zu ihrem Dienst als Prädikantin beauftragt worden. Das Ziel ihres Engagements ist für die 44-Jährige klar: „Ich möchte ein Grund dafür sein, dass wieder mehr Menschen in die Kirche kommen.“

Katharina Döring (links) ist von Henning Waskönig (2. v. rechts) im Rahmen des Abendsegens offiziell zu ihrem Dienst als Prädikantin beauftragt worden. Foto: Ev. Auferstehungskirchengemeinde

Von Anfang an: Katharina Döring wächst in dem kleinen Stadtteil am Rande der Großstadt Hagen auf. Sie wird erst einmal nicht getauft, besucht aber den Evangelischen Kindergarten im Ort. „So bin ich auch im Kindergottesdienst gelandet, was mir immer schon sehr gut gefallen hat“, erinnert sich die Lehrerin. „Der Weg war klar. Genau in diesem Umfeld fühlte ich mich wohl und wollte weiterhin dazugehören.“ So folgten später Taufe und Konfirmation. „Und Engagement, zum Beispiel im Kindergottesdienst-Team, gehörte immer dazu.“

Katharina Döring studiert Englisch und Deutsch in Bochum, unterrichtet für ein Jahr in Birmingham, wohnt dann zunächst mit ihrem zukünftigen Mann, den sie schon aus der Schulzeit kennt, in Hagen-Eilpe. Ihr Referendariat macht sie am Märkischen Gymnasium in Iserlohn - der Schule, an der sie auch heute noch unterrichtet. Die Dörings ziehen zurück nach Dahl in das großelterliche Haus. „Und obwohl ich eigentlich niemanden mehr kannte, bin ich direkt wieder im Kreis der Ehrenamtlichen gelandet und mische seitdem in vielen Bereichen mit.“So ist die Pädagogin auch seit einigen Jahren Mitglied im Presbyterium und gestaltet in einem Team von Ehrenamtlichen den Abendsegen, der regelmäßig samstags in der Dahler Dorfkirche angeboten wird. Auch ihr Mann fasst mit an, nimmt zum Beispiel gerne die Gitarre zur Hand, wenn es um musikalische Unterstützung geht. Ihre Söhne nutzen die gemeindlichen Angebote und sind Teil der kirchlichen Gemeinschaft in Dahl.

Auf die Idee, Prädikantin zu werden, ist die 44-Jährige durch ein Erlebnis, „durch eine Erfahrung gekommen.“ Ihre beiden Söhne sind zusammen von einem Prädikanten, von Matthias Mladek, getauft worden. „Wir haben dabei gespürt, wie sehr es ihm eine Herzensangelegenheit war und dass er auch Dinge etwas anders gemacht hat.“ Es sei eine sehr besondere Taufe und auch ein besonderes Fest gewesen. „Wirklich entschieden, diesen Weg zu gehen, habe ich mich, als mir klar wurde, dass wir in unserer Gemeinde künftig auf vieles verzichten müssen, wenn der ehrenamtliche Einsatz im pastoralen Bereich nicht größer wird.“ Und so beginnt sie die Ausbildung, die ihr – wie sie sagt – viel Freude gemacht hat und deren Inhalt „mir entgegenkam, weil ich durch meinen Beruf als Deutsch- und Englischlehrerin auch geübt bin, mit Texten umzugehen.“ Wichtig sei auch gewesen, dass ihre Familie sie bei diesem Schritt unterstützt hat.

Wenn Katharina Döring selbst mal frischen Wind braucht, dann geht sie mit der Familie wandern oder sie setzt sich gerne aufs Pferd und geht raus in die Natur. „Einmal pro Woche gehe ich reiten und nehme mir diese Zeit bewusst nur für mich.“ Daraus ziehe sie viel Energie – für Beruf, Familie und Ehrenamt und die Weiterbildung. So möchte sie im kommenden Schuljahr einen Zertifikatskurs belegen, um dann auch Religion unterrichten zu können. Auf ihre künftigen Aufgaben als Prädikantin freue sie sich sehr. „Und da Freiwilligkeit und gute Absprachen die Grundlagen sind, kann ich mir auch gut vorstellen, an anderen Orten einzuspringen“, so die Pädagogin.

„Wir gewinnen im Evangelischen Kirchenkreis, ja in der Evangelischen Kirche von Westfalen, durch Ihren Einsatz und Ihr Engagement eine besondere, unverwechselbare Stimme dazu“, so Superintendent Henning Waskönig in seiner Ansprache im Rahmen der offiziellen Beauftragung. „Sie sind klug, haben Humor und verkündigen die Liebe Gottes auf eine überraschende, froh machende, tief gehende Art und Weise. Danke dafür!“

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