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23. Mai 2024

"Es macht viel Freude, als Prädikant im Einsatz zu sein"

Superintendent Henning Waskönig hat in einem Gottesdienst an Pfingstsonntag in der reformierten Kirche in Wetter Wolfgang Arnold offiziell zu seinem Dienst als Prädikant beauftragt. Der ehemalige Arzt, der in seiner Freizeit gerne fotografiert, ist schon seit fast zehn Jahren in der Wetteraner Gemeinde ehrenamtlich aktiv – als Presbyter zum Beispiel. „Ich wollte noch einmal mehr in das Theologische einsteigen“, begründet Arnold seine Entscheidung zur Ausbildung als Prädikant. Jetzt kann der passionierte Radfahrer Gottesdienste leiten und auch taufen.

"Die Auseinandersetzung mit der Theologie hat mich in der Ausbildung besonders angesprochen", sagt Wolfgang Arnold. Foto: Kristina Hußmann

"Es braucht fähige und befähigte Menschen, die Gottes Wort verkündigen, die mit anderen und für andere beten, die auf die innere und die äußere Ordnung eines Gottesdienstes achten. Es braucht Menschen wie dich, lieber Wolfgang Arnold“, so der Superintendent in seiner Ansprache. „Denn auf diese Weise erhöhen sich die Chancen ungemein, dass Gottes Geistkraft die Herzen und Hirne der Menschen erreicht.“

Kristina Hußmann, Öffentlichkeitsreferentin im Evangelischen Kirchenkreis Hagen, hat mit Wolfgang Arnold über sein Engagement als Prädikant gesprochen:

Frage: Sie sind schon lange ehrenamtlich – zum Beispiel als Presbyter - in der Kirche aktiv. Warum haben Sie sich nach vielen Jahren des Engagements entschlossen, Prädikant zu werden?
Wolfgang Arnold: Eigentlich habe ich viel zu spät beschlossen, als Prädikant tätig zu werden. Das hätte ich früher machen können. Es macht mir sehr viel Freude. Als Presbyter hat man ja meist mit organisatorischen Fragen zu tun.  Ich wollte doch mehr in das Theologische einsteigen.

Frage: Die Ausbildung kostet Zeit und braucht Präsenz. Haben Sie das gut verbinden können mit Ihrem Leben, das ja nach dem Austritt aus dem Berufsleben viele Freiheiten bereithält?
Wolfgang Arnold: Ja, die Ausbildung hat viel Zeit gekostet. Vor allem die Präsenztage in Villigst, weil ich dort fast immer mit dem Rad hingefahren bin. Freiheit nach dem Berufsleben bedeutet für mich, zu entscheiden, das zu tun, was ich will und nicht, was mir der Terminkalender diktiert. Mit meinem Leben konnte ich die Ausbildung sehr gut verbinden, da ich viel Unterstützung durch meine Frau erhalten habe. Wir konnten immer gute Diskussionen führen.

"Es braucht fähige und befähigte Menschen, die Gottes Wort verkündigen, die mit anderen und für andere beten. Es braucht Menschen wie dich, lieber Wolfgang Arnold“, so Superintendent Henning Waskönig in seiner Ansprache. Foto: Fine Bosqui

Frage: Was hat Ihnen an der Ausbildung gut gefallen?
Wolfgang Arnold: Die Auseinandersetzung mit der Theologie hat mich besonders angesprochen. Ich bin Naturwissenschaftler, komme aus einer anderen Welt, könnte man denken. Aber das stimmt nicht. In der Natur ist überall auch Theologie verborgen. Wir erkennen das nur nicht. Oder wir wollen es nicht erkennen. Besonders haben mir die Gespräche mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gefallen. Menschen aus völlig anderen Umfeldern und mit anderen Sichtweisen.

Frage: Was hat Sie an der Ausbildung herausgefordert?
Wolfgang Arnold: Die neue Welt der Sichtweisen und die intensive Auseinandersetzung mit der Bibel. Das hätte ich gerne noch weiter vertieft.

Frage: Was möchten Sie als Prädikant in Ihrer Gemeinde bewirken?
Wolfgang Arnold: Ich möchte Gottes Wort so predigen, dass die Menschen etwas mit nach Hause nehmen und auch im Alltag umsetzen. Es reicht einfach nicht, sonntags brav den Gottesdienst zu besuchen und dann weiter in den Alltag hineinzuleben. Man sollte das, was man aus dem Gottesdienst mitnimmt, auch umsetzen.

Frage: Wen möchten Sie in erster Linie ansprechen?
Wolfgang Arnold: Ich möchte vor allem junge Menschen ansprechen, damit sie Orientierung finden. Aber das Problem ist, die jungen Menschen möchten auf uns „Alte“ nicht hören. Sie wollen ihr Ding umsetzen. Meine Lebenserfahrung kann ich besser in der Gemeinde weitergeben, die auch meine Sprache versteht.

Frage: Was ist für Sie das Besondere an der Arbeit als Prädikant?
Wolfgang Arnold: Gottes Wort verkünden zu dürfen. 

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