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27. November 2023

Ein Licht für jedes verstorbene Kind

Zum Gedenken an alle verstorbenen Kinder findet am Sonntag, 10. Dezember, um 16 Uhr ein Gottesdienst in der Pauluskirche in Wehringhausen statt. Dieser besondere Gottesdienst wird seit vielen Jahren am zweiten Sonntag im Dezember gefeiert. Einladende sind zahlreiche Hagener Institutionen: die Selbsthilfegruppe Sternenkinder Hagen, das Team der Bethanien Sternenkinderambulanz, der Kinderintensivstation und der Krankenhausseelsorge am Agaplesion Klinikum sowie der Kinder- und Jugendhospizdienst Sternentreppe der Caritas.

„Barbara Drepper (links) und Ulrike Söth vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Sternentreppe zeigen das Plakat zum diesjährigen Gottesdienst für verstorbene Kinder.  Foto: Kristina Hußmann

„Alle Menschen und Familien, die ein Kind verloren haben, ganz gleich zu welchem Zeitpunkt und ganz gleich, wie lange es her ist, sind herzlich eingeladen“, sagt Pfarrer und Krankenhausseelsorger Jürgen Krullmann. Nach dem Gottesdienst gibt es Zeit für Gespräche und Austausch.

Barbara Drepper ist eine von vier hauptamtlichen Koordinatorinnen der Sternentreppe. Gemeinsam mit einem Team von rund 70 Ehrenamtlichen steht der Kinder- und Jugendhospizdienst erkrankten Menschen und ihren Angehörigen in den eigenen vier Wänden zu Seite. „Wir können ab Diagnose unterstützen“, erklärt die gelernte Krankenschwester und Sozialpädagogin. Das heißt, dass es bei dieser Arbeit nicht in erster Linie um den Tod, sondern vor allem „um die Begleitung des Lebens geht“.

Die intensiv geschulten Ehrenamtlichen kommen einmal pro Woche in die Familien und tun dort das, was gerade gebraucht wird: „Wir betreuen die erkrankten Kinder, bieten Gespräche und Auszeiten für die Eltern an und nehmen uns Zeit für Geschwisterkinder. Wir sprechen mit jeder Familie intensiv darüber, wie wir weiterhelfen können.“

Nicht selten würde der Hospizdienst Familien über Jahre begleiten. „Das Angebot der Entlastung ist flexibel.“ Und die Begleitung endet nicht, wenn ein Kind verstirbt. „Wir haben in unserem Team ausgebildete Familientrauerbegleiterinnen und -begleiter und bieten Trauergruppen für Kinder und Jugendliche sowie Beratung für verwaiste oder verwitwete Eltern an.“

Barbara Drepper spricht über die Möglichkeiten des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes.

Bei dem Gottesdienst für verstorbene Kinder treffen sich Menschen mit unterschiedlichen Geschichten. Manche von ihnen kennt Barbara Drepper durch die Arbeit der Sternentreppe. Bei anderen ist es lange Zeit, „manchmal Jahrzehnte“ her, dass ihr Kind gestorben ist. „Alle nehmen sich an diesem Tag diese Stunden miteinander, um in Ruhe zu gedenken und zu erinnern“, so die Sozialpädagogin. „Ein Mensch, der ein Kind verloren hat, trägt das Gefühl für immer bei sich.“ Der Gottesdienst am 10. Dezember ermögliche es, diesen Teil des Lebens zu teilen mit anderen, die das Gleiche empfinden. „Das macht diesen Gottesdienst so besonders, und wir sind froh, dass er seit so vielen Jahren stattfinden kann.“

Barbara Drepper erklärt, was das Besondere an dem Gottesdienst ist.

Für den Gedenkgottesdienst wird bewusst der zweite Sonntag im Dezember ausgewählt, ist er doch gleichzeitig der internationale Candle Lighting Day. An diesem Tag stellen Menschen überall auf der Welt um 19 Uhr eine Kerze für ein verstorbenes Kind ins Fenster, so dass über die verschiedenen Zeitzonen hinweg eine erdumspannende Lichterkette entsteht.
 

 

Weitere Informationen und den Kontakt zum Kinder- und Jugendhospizdienst Sternentreppe gibt es im Internet unter https://www.caritas-hagen.de/kinderhospizdienst-sternentreppe.

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