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01. Juli 2024

"Auf meine Stimme wird Wert gelegt"

Es lief nicht immer alles ruhig in der Evangelischen Kirchengemeinde in Volmarstein. „Es gab richtig Streit“, erinnert sich Stella Vucemilovic an die Situation vor einigen Jahren. „Ich wollte nicht mitmeckern“, sagt die 21-Jährige heute. „Also habe ich mich fürs Mitmachen entschieden.“ Seit drei Jahren ist sie Teil des Presbyteriums der Gemeinde. Mit 18 Jahren rutschte sie rein in ein Gremium, in dem alle anderen deutlich älter sind als sie. „Auf meine Stimme wird Wert gelegt“, ist sie sich inzwischen sehr sicher.

Stella Vucemilovic wird Presbyterin, als sie gerade ihr Abitur in der Tasche hat. Parallel dazu beginnt ihr Leben als Studentin. Foto: Kristina Hußmann

Besonders wichtig findet Stella, „dass wir alle unsere manchmal sehr unterschiedlichen Meinungen kennen aber dennoch immer im Guten auseinandergehen.“ Das Ziel sei der gemeinsame Weg, gemeinsam nach vorne zu schauen. „Und das strahlt auch aus in die Gemeinde.“

Stella wird Presbyterin, als sie gerade ihr Abitur in der Tasche hat. Parallel dazu beginnt ihr Leben als Studentin. Sie zieht nach Bielefeld und studiert dort Umweltwissenschaften. Zurzeit arbeitet sie an ihrem Bachelor-Abschluss. Für den Master-Studiengang bewirbt sie sich in ganz Deutschland. „Mal schauen, wie es dann weitergeht. Meine Kolleginnen und Kollegen bestärken mich auf jeden Fall darin, dass ich weitermache.“ Und bisher sei es auch kein Problem gewesen, dass die 21-Jährige nicht immer vor Ort sein kann, wenn sich ihre Kolleginnen und Kollegen zur Sitzung treffen. „Ich bin dann einfach digital dazugeschaltet und kann über diesen Weg aktiv teilnehmen.“

In das Engagement für ihre Gemeinde ist sie „einfach so hineingewachsen“, sagt sie. „Ich habe im Kinderchor gesungen, bin immer gerne zu den Kindergottesdiensten und zur Kinderbibelwoche gegangen und habe dann nach meiner Konfirmation erste Aufgaben übernommen“, so die junge Frau. Sie hilft bei Festen, übernimmt zwischenzeitlich die Leitung einer Jugendgruppe und ergreift die Gelegenheit, als 2021 ein Platz im Presbyterium frei wird und nachbesetzt werden muss. „Ich habe mich schlau gemacht und schnell entschieden: Das machst du!“

Seit Oktober 2023 leitet die Studentin zusätzlich eine Kindergruppe am Freitagnachmittag. „Die Gruppe hätte sich sonst auflösen müssen“, erklärt Stella Vucemilovic. „Es liegt mir einfach am Herzen, dass Menschen sich in unserer Gemeinde auch ein Stück weit zuhause fühlen. Und ich weiß, dass es auch an mir liegt, wie die Zukunft gestaltet wird.“ Das Ehrenamt sei für sie eine Ehrensache.

Dass sich am Status Quo der Kirche etwas ändern muss, ist für Stella Vucemilovic keine Frage. „Wir müssen vor allem ein gutes Angebot schaffen, dass auch in einem größeren räumlichen Kontext funktioniert.“ Für sie bedeute das nicht, sich von der kirchlichen Heimat zu trennen, „sondern eine neue aufzubauen.“

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