Andachten

01. September 2020

"Im Licht der Bibel verlieren Schatten etwas von ihrer Macht":
Angedacht im September

Henning Waskönig ist Pfarrer in der Jakobus-Kirchengemeinde (Helfe) und in der Melanchthon-Kirchengemeinde (Boele) und Synodalassessor des Evangelischen Kirchenkreises Hagen. Foto: Kristina Hußmann

Pfarrer Henning Waskönig beschäftigt sich in der Andacht für den Monat September mit dem Monatsspruch: „Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.“ (2. Brief an die Gemeinde in Korinth 5, 19)

Langsam wird es früher dunkel. Auch die Straßenlaternen nehmen wieder eher ihre Arbeit auf. Und sie laden zum Spielen ein. Mit dem eigenen Schatten und mit dem Schatten von anderen. Die Autorin Tina Willms erzählt von einem Spaziergang mit ihrem kleinen Sohn: „Wir gingen auf dem Bürgersteig, und plötzlich entdeckte er, dass vor ihm sein Schatten war und sich in der Größe veränderte. Länger und schwächer wurde der Schatten und war dann einen Moment lang fast gar nicht mehr zu sehen.

Das war der Augenblick, in dem wir die nächste Straßenlampe erreichten. Dann war er wieder da, der Schatten, klein und kräftig. Wir spielten mit ihm, wir entdeckten, dass auch hinter uns einer war. So wie der vor uns schrumpfte, wuchs der hinter uns. Wenn wir uns umdrehten, dann tauschten auch die Schatten ihre Plätze, der längere, der vorher hinter uns war, lag nun vor uns, der kürzere hinter uns. Den aber konnten wir sowieso nur sehen, wenn wir den Kopf drehten und uns verbogen.

Wir versuchten über den Schatten zu springen, über den eigenen, über den des anderen. Wir hatten Spaß dabei. Aber wir ärgerten uns auch. Dieser verflixte Schatten. Immer war er da.“

Die Schatten werden wir nicht los. Keine Chance. Aber wir können lernen, mit ihnen zu leben. Wie in dem Spiel unter den Straßenlaternen. Die Schatten sind da, aber sie verändern sich, je nach Perspektive.

Im Licht der Bibel verlieren Schatten etwas von ihrer Macht. Im zweiten Korintherbrief heißt es: „Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.“

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