Andachten

15. April 2024

Was macht einen guten Hirten aus?:
Am(ge)dacht im Mai

Auf dem Fahrrad habe ich die schönsten Erlebnisse. Wenn ich zur Arbeit fahre, treffe ich zum Beispiel regelmäßig eine sympathische Hunde-Katzencombo – ein Pärchen, das mit Kind, zwei Hunden und einer Katze (!) spazieren geht. Auch die anderen Hundebesitzerinnen und -besitzer grüßen mich inzwischen freundlich, besonders seit letztens meine Klingel kaputt war und ich laut „Klingelingeling“-rufend durch die Gegend fuhr. Einmal habe ich einer Blindschleiche über die Straße geholfen; ein anderes Mal bin ich nachts lauter Babyfröschen ausgewichen, die dringend den Radweg queren mussten. Gelegentlich knurre ich auch laut und gefährlich, wenn mich mal wieder ein kleiner unangeleinter Kläffer anfallen will. Besonders schön aber sind die kleinen Lämmchen, an denen ich jetzt im Frühjahr vorbeifahre. Auf der Weide gibt es einen kleinen Hügel. Und da hüpfen die Kleinen hoch und runter. Sofort ist augenfällig, warum Bockspringen Bockspringen heißt. Wirklich entzückend.

Einer der Sonntage im April wird gerne auch Hirtensonntag genannt. Die vorgeschlagenen Bibeltexte haben mit Hirten oder Schafen oder mit beidem zu tun. „Ich bin der gute Hirte“, hat Jesus mal gesagt. Und eines der bekanntesten Psalm-Gebete der Bibel beginnt mit den Worten: „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“

Was macht einen guten Hirten aus? Er sorgt für seine Herde und schaut wo es Essen und Trinken gibt. Er verteidigt seine Tiere. Wenn eines verloren geht, sucht er danach.  Bei einem Wolkenbruch hat er seine Schäfchen im Trockenen. Er rennt nicht weg, wenn Gefahr droht. Besonders der letzte Punkt hat mich an Jesus erinnert, der bekanntlich auch nicht weggelaufen ist, als ihm der Prozess drohte.

Jetzt weiß ich nicht, als was für eine Sorte Schaf Sie sich sehen. Vielleicht ist die eine oder der andere das schwarze Schaf der Familie. Oder kennt ein schwarzes Schaf. Vielleicht ist jemand von Ihnen auch so treuherzig, dass man ihn als Lämmchen bezeichnen könnte. Und ich vermute, manche würde so eine Bezeichnung auch weit von sich weisen. Das Image ist doch nicht ganz so cool wie etwa das einer Löwin.

Ich glaube aber, wir alle haben auch Lämmchen-Anteile - in folgendem Sinne: Wir sind verletzlich. Wir brauchen jemanden, der sich um uns sorgt und kümmert. Und manchmal verlaufen wir uns auch und dann wäre es schön, wenn uns jemand sucht und findet.

Natürlich hat jedes Bild auch seine Grenzen. Doch an diesem Hirten-Wochenende finde ich das Bild tröstlich, dass Jesus für uns alle durch dick und dünn und sogar durch den Tod gegangen ist und dass wir alle schon gefunden sind. Liebe Lämmchen und Schafe, ob schwarz, weiß oder gescheckt: Habt weiter einen schönen Frühling!

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