Zwischen Tradition und Aufbruch

23. Januar 2016

Unter dem Titel „Zwischen Tradition & Aufbruch“ hat am vergangenen Samstag der Ökumenische Neujahrsempfang des Evangelischen Kirchenkreises Hagen und des Katholischen Dekanates Hagen-Witten stattgefunden.

Dechant Dr. Norbert Bathen, Referentin Dr. Sandra Bils und Superintendentin Verena Schmidt beim Ökumenischen Neujahrsempfang im Sparkassen-Karree. Foto: Hußmann

Mit einem ökumenischen Gottesdienst um 10.30 Uhr in der Reformierten Kirchen am Bergischen Ring begann der Vormittag. Die dabei gesammelte Kollekte für die ökumenische Flüchtlingsarbeit erbrachte rund 520 Euro.  Im Anschluss wurde der Neujahrsempfang thematisch im Sparkassen-Karree fortgesetzt.

"Wir müssen uns auf die Vielfalt besinnen"

Superintendentin Verena Schmidt begrüßte die rund 200 geladenen Gäste und freute sich vor allem, dass so viele Vertreter aus Politik und Kultur ihren Weg ins Karree gefunden hatten. "Kulturen müssen sich begegnen und das Gute miteinander teilen, das Gleiche gilt für Religionen und Konfessionen", sagte Schmidt in ihrer Ansprache und betonte damit ihr Anliegen, auch in Zukunft an einer konstruktiven ökumenischen Zusammenarbeit festzuhalten und sie auszubauen. "Wir müssen uns auf die Vielfalt besinnen, durch Anerkennung und Inspiration."

In diesem Sinne schloss sich der Vortag von  Dr. Sandra Bils, Pastorin der ev.-luth. Landeskirche Hannover, zum Thema „Ökumene der Sendung: Zwischen Tradition und Aufbruch“ an. Eine ihrer zentralen Thesen: "Ein ökumenischer Zugang kann vernetzten, reflektieren und katalysieren und kann uns schließlich durch unsere gemeinsame Vielfalt, die Zugänge schenken, die wir uns nicht selbst geben könnten."

Vernetzung zwischen bestehenden und neuen Formen

Sandra Bils arbeitet innerhalb der Missionarischen Dienste als Referentin für Kirche2. In dieser ökumenischen Bewegung wollen die Landeskirche Hannovers und das katholische Bistum Hildesheim gemeinsam mit anderen ökumenischen Partnern neue Wege beschreiten: Ziel ist die Vernetzung zwischen bestehenden und neu entstehenden Formen von Kirche sowie Innovation und Förderung durch ökumenische und kreative Impulse.

"Wir sitzen alle im selben Boot, was die aktuellen Herausforderungen an Kirche angeht", so die Theologin. Verluste von Glaubenswissen, Traditionsabbruch, Komplexität und Mobilität forderten neue Wege, die zielgruppen- und milieuorientiert seien müssten.

In der Flüchtlingskrise zusammenstehen

"Wir müssen rausgehen auf die Straße, neue Formen von Gemeinde und Kirche finden." Genau wie es auch Papst Franziskus gesagt habe: "Mir ist eine 'verbeulte' Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist", zitierte die evangelische Pfarrerin das Oberhaupt der Katholischen Kirche.

Dr. Norbert Bathen, Dechant des Katholischen Dekanats Hagen-Witten, machte in seine Ansprach die Flüchtlingskrise zum entscheidenden Thema, "bei dem wir gemeinsam zusammenstehen müssen.“

Prominenter Besuch beim Neujahrsempfang: Neben Oberbürgermeister Erik Schulz kamen auch seine beiden Stellvertreter, Dr. Hans-Dieter Fischer und Horst Wisotzki ; außerdem MdB René Röspel und DGB-Geschäftsführer Jochen Marquardt . Fotos (4): niki