Personalwechsel im Amt für MÖWe

Im landeskirchlichen Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) gibt es personelle Wechsel: Die Hagener Pfarrerin Christina Biere (38) übernimmt die regionale Pfarrstelle von Dietrich Weinbrenner (64), Beauftragter für Nachhaltige Textilien bei der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Auch Pfarrerin Ute Hedrich (54) verlässt die Einrichtung und geht als Auslandspfarrerin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nach Harare/Simbabwe.

Von A wie Aidshilfe über ökumenische Frauenarbeit und Spiritualität bis Z wie Zimbabwe (englische Schreibweise) - diese Themen liegen der Dortmunder Pfarrerin Ute Hedrich am Herzen. Ihr Wittener Kollege und Ostasienexperte Dietrich Weinbrenner kämpft schon lange gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Nach 15 bzw. 20 Jahren Arbeit im Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) wurden beide Theologen in einem Gottesdienst mit rund 170 Besuchern in der Dortmunder Petrikirche am 12. Juli aus dem Dienst der westfälischen Kirche verabschiedet.

Hedrich will in Harare als streitbare Kämpferin für mehr Gerechtigkeit auch unter schwierigen politischen Bedingungen arbeiten. In der Zusammenarbeit mit Südafrika konnte sie Akzente setzen, so etwa durch mobile Gesundheitsstationen, gefördert mit Landesmitteln und der westfälischen Kirche für das Projekt "Kirche und Wirtschaft gegen HIV und Aids". Mit theologischem Sachverstand und Leidenschaft begleitete sie den Dialog zwischen Ökumenikern in Europa und Afrika. Ihren Dienst hatte sie 2002 in der damaligen »Arbeitsstelle Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung«  in Dortmund begonnen.

Große Aufgaben warten ebenso auf Weinbrenner. In der Region aber auch darüber hinaus hat Weinbrenner das Gesicht der MÖWe geprägt, begleitete er doch seit 1997 die ökumenische Arbeit und Partnerschaftsbeziehungen in den Kirchenkreisen Dortmund, Hagen, Hattingen-Witten und Schwelm. Ein zentrales Anliegen war und ist ihm der faire Handel insbesondere im Textilbereich. Gerade diese Waren werden meist im Ausland produziert,  Arbeits- und Menschenrechte oft verletzt. "Arbeiter müssen für Hungerlöhne schuften, verbriefte Rechte werden ihnen vorenthalten", sagt Weinbrenner, der Fabriken in Indonesien besichtigen konnte.

Der 64-Jährige ist seit Frühjahr erster hauptamtlicher Beauftragter für nachhaltige Textilien innerhalb der evangelischen Kirche. Er will erreichen, dass kirchliche Einrichtungen und die Diakonie künftig nur noch solche Stoffe beziehen, bei denen Sozial- und Umweltstandards eingehalten sowie gerechte Löhne gezahlt werden. Für die Projektstelle bei der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) - einer Gemeinschaft von Kirchen in drei Kontinenten - hat die Evangelische Kirche von Westfalen Weinbrenner freigestellt.

Wer ein "faires" Abi-Kleid suche, finde bei ihm Rat, sagte der Ökumene-Dezernent im Bielefelder Landeskirchenamt, Dr. Ulrich Möller, im Gottesdienst. Als Regionalpfarrer im Amt für MÖWe habe Weinbrenner tiefe Spuren gelegt, nicht nur regional. Für seine Anliegen sei er seit 1997 "sanft und mutig" unterwegs, dabei scheue er sich keineswegs, auf Missstände hinzuweisen.

Neue Regionalpfarrerin im Amt für MÖWe ist Christina Biere (38), die - wie zuvor Weinbrenner - die Partnerschaftsarbeit in den Kirchenkreisen Dortmund, Hagen, Hattingen-Witten und Schwelm begleiten wird. Sie bringt ökumenische Erfahrungen mit und hat ein Jahr in Südafrika verbracht. Bisher war die Pfarrerin im Kirchenkreis Hagen in der Flüchtlingshilfe und der interkulturellen Gemeindearbeit aktiv. Die in Bielefeld geborene Biere, die Theologie- und Diakoniewissenschaft in Heidelberg studierte und danach in der Bergkamener Friedenskirchengemeinde ihr Vikariat absolvierte, kennt auch Südafrika: in Pretoria leistete sie ein Freiwilliges Soziales Jahr.