"Natürlich werde ich weiter Musik machen"

Nach mehr als zwei Jahrzehnten als Kreiskantor im Evangelischen Kirchenkreis Hagen und Kantor der Evangelisch-Lutherischen Stadtkirchengemeinde hat sich Manfred Kamp in den Ruhestand verabschiedet. Mit dem 199. Freitagskonzert ging in der Johanniskirche die Ära der klassisch-hochrangigen Kirchenmusik zu Ende. Französische und belgische Orgelwerke des 20. Jahrhunderts und englische Weihnachtslieder von John Rutter (*1945) standen auf dem Programm. Die Johanniskantorei wurde von Georg Hellebrandt, Orgel, begleitet. Superintendentin Verena Schmidt und Pfarrerin Im Schlaa dankten dem Kantor für sein Engagement. Im Interview spricht Manfred Kamp über seine musikalische Zukunft.

Nach mehr als zwei Jahrzehnten als Kreiskantor im Evangelischen Kirchenkreis Hagen und Kantor der Evangelisch-Lutherischen Stadtkirchengemeinde wird sich Manfred Kamp mit einem Freitagskonzert, 15. Dezember, um 18 Uhr in der Hagener Johanniskirche in den Ruhestand verabschieden. Foto: Kristina Hußmann

1. Wie fühlt es sich an, am Ende des Berufslebens zu stehen?
Es fühlt sich schon merkwürdig an, jetzt einfach aufzuhören. Natürlich bin ich wehmütig, denn ich hatte hier eine sehr gute, erfüllte Zeit. Dass künftig allerdings die ganze Organisation rund um Konzerte und Auftritte wegfällt, dass mehr Raum sein wird für die Musik – darauf freue ich mich. Und darauf, dass ich den Kopf frei haben werde, um neue Wege zu finden.

2. Was an Ihrer Arbeit in Hagen würden Sie besonders hervorheben?
Mit meinem beruflichen Engagement habe ich in dieser Stadt eine lange Tradition fortsetzen dürfen. Schon seit den 50er Jahren wurden in Hagen immer große und
anspruchsvolle Konzerte angeboten. Über die Fortsetzung dieser Arbeit ist ein großes Netzwerk entstanden und auch Freundschaften zu vielen Musikern. Die Kooperation mit Chören, Orchestern und Solisten hat immer sehr viel Spaß
gemacht und ein breites und tolles Angebot ermöglicht. Die Johanniskantorei
hat fantastisch gearbeitet und ist oft über sich hinausgewachsen. Hervorheben möchte ich die Zusammenarbeit mit dem Forum Vocale Arnsberg. Seit 2004
haben wir im Grunde jedes Jahr ein großes Werk gemeinsam aufgeführt. Das hat uns als Kantorei sehr beflügelt. Darüber hinaus ist so eine Freundschaft zwischen zwei Chören auf ökumenischer Ebene entstanden.

3. Wie geht es denn musikalisch weiter für Sie?
Natürlich werde ich weiter Musik machen. Und dabei wird meine persönliche Musik wieder mehr in den Fokus rücken. Ob ich weiterhin einen Chor leiten werde und mich bei Projekten oder in der Ensemble-Arbeit engagiere – das weiß ich noch nicht. Genau weiß ich allerdings, dass ich wieder mehr Konzerte besuchen werden. Das Ruhrgebiet liefert da ein reiches Angebot. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, einen meiner Söhne, der Berufsmusiker ist, in Zukunft intensiver zu begleiten.

Mit Manfred Kamp sprach Kristina Hußmann.