In gute Hände abgegeben

Die Ev. Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde hat jetzt ein Kapitel ihrer Geschichte abgeschlossen und die Prinzipalstücke aus der entwidmeten Gottesdienststätte am Loxbaum, das sind Altar, Taufstein und Zubehör, an die slowenische evangelische Kirche weitergegeben.

Die Prinzipalstücke sind verladen und machen sich auf den Weg in ihre neue Heimat. V.l.n.r.: Pfr. Maruschke, Ralf Wünnemann, Jasper Friedrich, Geza Erniša, Christoph Soester und Pfr. Aleksander Erniša.

Aleksander Erniša, Militärgeistlicher in der slowenischen Kirche, hat sie zusammen mit seinem Vater in Hagen abgeholt. In Slowenien sollen sie in der neu eingerichteten Kapelle in der Kaserne von Murska Soboto im Nordosten des Landes wieder gottesdienstlich genutzt werden.

„Mit einem lachenden und einem weinenden Augen geben wir sie ab“, so formulierte es eine Teilnehmerin, die sich zum Abschied und zur Übergabe in der Paul-Gerhardt-Kirche an der Overbergstraße, dem heute einzigen Standort der Gemeinde, eingefunden hatte.

Erinnerungen, mal wehmütig und mal dankbar, standen denn auch im Mittelpunkt der kleinen Feierstunde. Alte Fotos ließen so manche Situation wieder aufleben. Pfarrer Kilian, lange Jahre Pfarrer am Loxbaum, hatte sie mitgebracht. In der Andacht, die die kleine Gemeinde noch ein letztes Mal mit den Loxbaumer Prinzipalstücken feierte, sagte Pfarrer Maruschke: „Wir geben nicht nur Kircheninventar ab, sondern wir geben auch ein Stück unserer Tradition und unseres Glaubens weiter.“ Man wisse sie aber in guten Händen und freue sich, dass die Tradition fortgeführt werde, dass an ihnen weiter gebeten, gesungen, gelacht, geweint, Hoffnung und Glauben gepflegt werde, kurz: dass sie weiter Leben umgebe und Gottes Wort verkündigt werde.

Zu der kleinen Feierstunde waren auch Superintendentin Verena Schmidt vom Evangelischen Kirchenkreis Hagen und Pfarrer Manfred Wuttge als Vertreter des Gustav-Adolf-Werkes gekommen. Das Gustav-Adolf-Werk hilft religiösen Minderheitskirchen in Europa, Lateinamerika und Zentralasien z.B. beim Gemeindeaufbau oder auch bei der Renovierung und beim Neubau von Kirchen und Gemeinderäumen. Durch seine Vermittlung war der Kontakt zwischen der hagener und der slowenischen Kirche vermittelt worden.

Die Gäste aus Slowenien waren jedoch leider wegen eines Staus über sechs Stunden aufgehalten worden und konnten deshalb nicht an der Feierstunde teilnehmen. So fand die eigentliche Übergabe im kleinen Kreise am späteren Abend statt. Aleksander Erniša zeigte sich begeistert: „Die Gestaltung der Prinzipalstücke passt genau in unsere geplante Kapelle, denn auch dort werden wir vorwiegend Holz verwenden.“ Auch sein Vater Geza Erniša, bis 2013 Bischof der slowenischen Kirche, zeigte sich überzeugt: „So schöne Stücke verleihen dem Raum eine ganz besondere Würde und helfen uns, die Soldaten zum Gottesdienst einzuladen.“

Die Übergabe war relativ kurzfristig zustande gekommen, denn schon am 8. September soll die neue Kapelle fertiggestellt und eingeweiht werden. Die Hagener Gemeindeglieder waren sehr interessiert, wo das loxbaumer Kircheninventar seinen neuen Platz finden wird. „Sie sind uns jederzeit herzlich willkommen. Besuchen Sie uns und unser schönes Land!“, so Erniša.