Gesellschaftliche Teilhabe durch Musik

Gospels und Spirituals, vorgetragen von einem ganz besonderen Chor: dem Gospel-Projekt-Chor bestehend aus Besuchern von Luthers Waschsalon (Diakonie Mark-Ruhr), Klienten des Haus‘ „Neuer Kronocken“ (Bethel.regional), der Beratungsstelle für Wohnungslose (Diakonie Mark-Ruhr) sowie von Bewohnern des Falkenroth-Hauses (Blaukreuz-Zentrum-Hagen).

Schon bei den Proben am Freitagnachmittag machte sich die positive Stimmung bemerkbar, die am Abend in einem mit viel Applaus bedachten Konzert mündete.

Das von den drei Trägern erstmals organisierte Projekt für Menschen mit wohnungslosem Hintergrund und Suchtmittelabhängigkeit war gleich bei seiner Premiere ein echter Erfolg.

„Wer hätte gedacht, dass aus einer Idee ein Projekt und aus dem Projekt ein Konzert wird“, freute sich Annette Hein vom Haus „Neuer Kronocken“ noch lange nach dem Konzert. In der Tat können Projekt und Konzert als Erfolg gewertet werden. „Wir sehen dies auch unter dem Blickwinkel der gesellschaftlichen Teilhabe“, erklärt Christine Wienstroth von der Beratungsstelle für Wohnungslose. „Wir haben hiermit einen Tag lang die Möglichkeit gegeben, die Sorgen und Nöte des Alltags zu vergessen und sich als Gemeinschaft ganz der Musik hinzugeben.“

Dass dieses Konzept gut angenommen wurde und auch ankam, war schon bei den Proben am Nachmittag zu hören. Bis hinaus in die Hasper-Fußgängerzone war der „junge Chor“ zu hören – und das mit Blick auf die kurze Probenzeit in beeindruckend positiver Art und Weise. „Als wir auf das Projekt hingewiesen haben, war das Interesse zunächst noch schleppend und eher zurückhaltend“, erinnert sich Annette Hein. „Alle die dann aber am Freitag gekommen sind, haben diesen Tag als ganz besonders in Erinnerung.“ Immerhin 30 Menschen, deren Alltag sonst von zum Teil vielschichtigen sozialen Herausforderungen geprägt ist, haben sich hier engagiert und am Abend den 60 Zuhörern beim „Mitmach-Konzert“ eine musikalisch schöne Stunde beschert. „Wir können uns gut vorstellen, dass Projekt im nächsten Jahr zu wiederholen“, so die Initiatorin Annette Hein. „Wir machen im Alltag häufig die Erfahrung, dass Konzentration und Ausdauer bei unseren Besuchern schnell nachlassen, das war hierbei erfreulicherweise nicht der Fall“, hebt Christine Wienstroth ergänzend hervor. „Wir alle freuen uns über den Mut, den die Teilnehmer aufgebracht haben.“

Ausrichter von Konzert und Workshop waren Bethel.regional/ Haus „Neuer Kronocken“, das Blaukreuz-Zentrum- Hagen/ Falkenroth-Haus sowie die Diakonie Mark-Ruhr, vertreten durch die Wohnungslosenhilfe Hagen und Luthers Waschsalon. Die musikalische Leitung des Workshops und des Konzerts hatte Tine  Hamburger inne, sie ist als Chorleiterin und Stimmtrainerin in Wuppertal aktiv  und prägte über viele Jahre die Gospelkirche Hannover mit. Begleitet wurde sie am Piano von Nadja Simon, C-Kirchenmusikerin für Popularmusik in Solingen.