Falke kreist pünktlich zum Fototermin

Passend zum Fototermin in dem üppig bewachsenen Garten lässt sich der Turmfalke blicken. Als Frank Munzlinger vom NABU (Naturschutzbund) die Plakette „Lebensraum Kirchturm“ an Pfarrerin Elke Schwerdtfeger überreicht, dreht der kleine Greifvogel ein paar Runden um die Ev. Pauluskirche in Hagen Wehringhausen.

Frank Munzlinger vom NABU (1. von links) und Franco Cassese von der Biologischen Station in Hagen (2. von rechts) haben die Plakette „Lebensraum Kirchturm“ an Pfarrerin Elke Schwerdtfeger (Mitte) überreicht. Rund um die Pauluskirche kümmern sich unter anderem auch die Ehrenamtlichen Barbara Thieme (rechts) und Stefan Häcker (2. von links) um den Arten- und Naturschutz.

„Diese kleine, grüne Oase mitten in der Stadt ist schon etwas besonderes“, sagt Munzlinger den Blick an den blauen Himmel gerichtet. „Die Gemeinde tut hier sehr viel für den Natur- und Artenschutz und nimmt damit in Hagen eine Vorreiterfunktion ein“, so der Experte vom Stadtverband Hagen. Denn rund um die Pauluskirche fühlt sich nicht nur das Turmfalkenpärchen mit seinen Jungen wohl. Mit Spatzenhotel und Fledermauskästen finden hier zwei weitere Arten ein Zuhause. Und wer sich im Garten des Gemeindekomplexes umschaut, den wird nicht wundern, dass sich hier viele Singvögel, Schmetterlinge und andere Insekten wohl fühlen. Die Nisthilfen für die Fledermäuse, die an vielen Stellen der Kirchengebäude hängen, sind erst kürzlich installiert worden und haben den Ausschlag für die Prämierung durch den NABU gegeben.

Erst kürzlich wurden zahlreiche Nistkästen für Fledermäuse an und in den Gebäuden installiert.

„Über einen langen Zeitraum haben die Kirchengemeinden ihre Dachböden und Glockentürme zur Taubenabwehr verriegelt“, erklärt Franco Cassese von der Biologischen Station Hagen, die das Artenschutzprojekt zusammen mit Pfarrerin Elke Schwerdtfeger und dem Planungsbüro Ökoplan konzipiert und durchgeführt hat. „Damit wurden andere Arten wie Eulen, Käuze, Fledermäuse und Turmfalken aber ebenfalls ausgesperrt.“

Mit dem Kasten für die Turmfalken, den drei Brutmöglichkeiten für die Spatzen und den Nistplätzen für die Fledermäuse habe man Gemeindehaus, Dachboden und Glockenturm als Lebensraum für diese Tiere wieder geöffnet. „Mit insgesamt 30 Fledermausnisthilfen und den Möglichkeiten für die anderen Arten hat die Pauluskirchengemeinde ein Pilotprojekt in der Stadt umgesetzt“, so Cassese. Jetzt wolle der Verein auch auf andere Gemeinden zugehen, um die Möglichkeiten zu erläutern und damit den Artenschutz weiter voranzutreiben.

Ein Falkenpärchen hat sich unterhalb der Kirchturmuhr bereits länger häuslich eingerichtet. Fotos: Kristina Hußmann

„Wir versuchen Schritt für Schritt unser Handeln hier vor Ort umweltfreundlicher zu gestalten“, erklärt Pfarrerin Elke Schwerdtfeger das Engagement der Gemeinde. Angefangen habe alles mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. „Und wir wollen unsere Position als Gemeinde in der Stadt weiter nutzen, um zu zeigen, was man auch hier für die Artenvielfalt tun kann.“ So kann sich die Pfarrerin auch vorstellen, irgendwann auch ein Bienenhaus im Garten der Gemeinde aufzustellen.