Das Innhalten als Möglichkeit im Kalender

Viele Menschen tappen im Advent in die Zeitfalle (noch mehr als sonst). Ausschließlich besinnlich und gemütlich geht die Vorweihnachtszeit wohl bei den wenigsten zu. Es gibt von allem zu viel: Termine, Listen, Wünsche, Schokolade, Plätzchen, Punsch. Wo bleibt da der Raum für bewusste Momente des Stehenbleibens? Wo ist Platz für die Antwort auf die Frage, worauf wir eigentlich zusteuern?

Um das Innehalten geht es dem „Verein zur Verzögerung der Zeit“ (www.zeitverein.com). Was seltsam klingt, ist tatsächlich ein an der Universität gegründetes, sehr umfangreiches Netzwerk von Zeit-Sachverständigen und Zeit-Interessierten im deutschsprachigen Raum.

Eine spannende These dieses Zusammenschlusses: Die prinzipielle Beschleunigung des Lebens akzeptieren die meisten Menschen kritiklos. Wohingegen die Entschleunigung keine Option ist. „Es gehört schon eine große Portion Mut dazu, dem Beschleunigungs- und Gleichzeitigkeitswahn entgegenzusteuern und Zeit zu verzögern. Oft fangen wir dann erst an, zu spüren, was eigentlich um uns herum abläuft. Oft beginnen wir erst dann, uns zu spüren“, so steht es auf der Homepage des Vereins.

Was kann man mit diesen Gedanken anfangen? Können Sie uns wirklich helfen im Bezug auf die Zeit, die wir haben?

Vielleicht ist es genau dieser Moment, dieser Augenblick, ein kurzer Stopp mit den Gedanken über das Gelesene, der für die kommenden Tage das Innehalten als Möglichkeit unsichtbar in den Kalender schreibt