Bronzener Luther begegnet Menschen an der Johanniskirche auf Augenhöhe

Martin Luther begegnet den Menschen, die an der Hagener Johanniskirche vorbeikommen, von nun an auf Augenhöhe. Eine Bronzeskulptur des Künstlers Uwe Will, die den jungen Luther darstellt, ist jetzt  - am Geburtstag Luthers - aufgestellt und enthüllt worden und hat damit einen festen Platz im Herzen der Stadt gefunden. Der große Reformator wird so auch 500 Jahre nach dem Thesenanschlag sichtbar bleiben.

Superintendentin Verena Schmidt enthüllte gemeinsam mit dem Künstler Uwe Will die Bronzeskulptur Luthers. Fotos (3): Kristina Hußmann.

„Wie schön, dass Sie sich alle für diesen Anlass Zeit genommen“, begrüßte Verena Schmidt, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Hagen, die rund 100 Gäste, die sich an der Rückseite der Johanniskirche zusammengefunden hatten. „Es ist etwas sehr Besonderes, Kunst geschenkt zu bekommen, und dass es in diesem Jahr eine Skulptur Martin Luthers ist, freut mich ganz besonders“, richtete Schmidt ihre Worte an den Künstler persönlich. „Dass dieser Luther heute hier so stehen kann, ist aber auch der Unterstützung zahlreicher Sponsoren und Spendern zu verdanken – dafür ein großes Dankeschön im Namen der Stadtkirchengemeinde und des Kirchenkreises!“

Katharina Eßer, Pfarrerin der Stadtkirchengemeinde, findet: "Hier ist genau der richtige Ort für ihn."

Uwe Wills Kunstwerke sind bereits an vielen Stellen der Stadt zu sehen: Karl Halle, Karl-Ernst Osthaus, Henry van de Velde und Hermann Bettermann – sie alle haben ihre Geschichte in der Volmestadt, die der Hagener Künstler in seinen Skulpturen verarbeitet hat. In seiner Luther-Darstellung hat sich Will auf den jungen Augustinermönch bezogen. Schlank und mit geschlossenen Augen – eher in sich gekehrt; eine Hand auf der Brust die andere nach vorne gestreckt. Suchend? Bittend? Auffordernd? „Ich wollte Luther nicht als mahnenden, mächtig auftretenden Glaubensheld darstellen“, so Uwe Will. „Sondern als demütigen Menschen, der auf den Beistand Gottes angewiesen ist.“

Verena Schmidt und Katharina Eßer (2. v. und 4. v. links) bedankten sich bei dem Künstler Uwe Will (4. v. rechts) und allen, die das Engegament des Künstlers durch ihre Ideen, ihren Einsatz und ihre finanzielle Unterstützung begleitet und ermöglicht haben: Christian Isenbeck (links), Ralf Quardt (3. v. links), Pfarrer Michael Dahme (3. v. rechts), Hermann Backhaus (2. v. rechts) und Pfarrer i. R. Erhard Schliebener.

Luther sei hier dargestellt am Anfang seines Weges, erläuterte Katharina Eßer, die neue Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Stadtkirchengemeinde, die damit auch Bezug nahm auf den bevorstehenden Umbau der Johanniskirche, während dessen der bronzene Martin seinen Platz erst einmal räumen wird. „Reformation bedeutet Erneuerung, ist nichts Starres und Festes. Insofern ist das hier in mehrfacher Hinsicht genau der richtige Ort für ihn.“