Amt für MÖWe ist Mitglied des Textilbündnisses

Die Arbeitsbedingungen in Textilfabriken in Billiglohnländern sind seit Jahrzehnten bekannt: Löhne unter dem Existenzminimum, überlange Arbeitszeiten, keine freie gewerkschaftliche Betätigung, gefährliche Arbeitsplätze.

Um diese Zustände in der gesamten textilen Produktionskette nachhaltig zu verbessern, hat Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller ein „Bündnis für nachhaltige Textilien“ ins Leben gerufen. Das Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) arbeitet jetzt als neues Mitglied in diesem Bündnis mit – ganz im Sinne des langjährigen Engagements „Wirtschaften für das Leben“.

Bei den Billigpreisen für Textilien bleibt kaum etwas für die Arbeiterinnen übrig. Doch auch hochpreisige Produkte werden oft unter menschenverachtenden Arbeitsbedingungen hergestellt. Die Arbeitssicherheit ist oft unzureichend. So kommt es immer wieder zu Katastrophen mit vielen Opfern. Am 24. April 2013 stürzte in Bangladesch die Textilfabrik „Rana Plaza“ ein – 1134 Menschen starben. Der Ruf „Nie wieder Rana Plaza“ steht für die dringende Notwendigkeit, menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Verantwortung dafür tragen nicht zuletzt die Unternehmen, die von den günstigen Produktionsbedingungen profitieren. So betonen die „UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte“, dass Unternehmen eine Sorgfaltspflicht gegenüber den Menschen haben, die ihre Produkte herstellen, auch im Ausland. Doch die Regierungen stehen ebenfalls in der Pflicht, sie müssen einen gesetzlichen Ordnungsrahmen schaffen, der die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten gewährleistet. Und schließlich sind es die Verbraucherinnen und Verbraucher, die durch ihr Kaufverhalten Einfluss nehmen können.

Das „Bündnis für nachhaltige Textilien“ nimmt alle Produktionsschritte der textilen Kette in den Blick: vom Baumwollanbau bis zur Konfektionierung. Zum ersten Mal arbeiten Regierung, Unternehmen, Gewerkschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Gegenwärtig hat das Textilbündnis über 170 Mitglieder.

Ansprechpartner für Rückfragen: Amt für MÖWe der EKvW, Pfarrer Dietrich Weinbrenner, Telefon: 02302-912346, E-Mail: